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> Belletristik > Gefangen im Zwielicht
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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Gefangen im Zwielicht, Verena Rank
Verena Rank

Gefangen im Zwielicht


Romantisch-erotischer Vampirroman

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Es regnete bereits den ganzen Tag, was meinen Gemütszustand nicht gerade verbesserte. Ich hatte Alexei seit sechs Tagen nicht mehr gesehen und konnte an nichts anderes denken. Ständig tauchte sein Gesicht in meinen Gedanken auf, ich glaubte, seine Stimme zu hören. Meine Visionen und Albträume machten mich krank, ich fand kaum Schlaf und litt jeden Tag unter Kopfschmerzen. Der Regen war so heftig, dass ich kaum etwas erkennen konnte und


bereits bis auf die Haut durchnässt war. Ich wollte so schnell wie möglich nach Hause, blickte mich kurz um und eilte über die Straße. Plötzlich durchströmte mich ein warmes, kribbelndes Gefühl ... Alexei ... er war hier!


Mein Herz raste, ich blieb abrupt stehen und sah mich um. Ich konnte im dichten Regen nichts erkennen, doch ich spürte seine Anwesenheit. Und dann hörte ich seine Stimme in meinem Kopf, er rief nach mir.



Leon!



Im nächsten Moment war das Quietschen von Reifen zu hören und ich starrte wie gelähmt auf zwei Scheinwerfer, die plötzlich aus der Regenwand auf mich zurasten. Ich wollte zurückweichen, doch meine Füße klebten auf dem Asphalt. Ich hatte schon mit dem Leben abgeschlossen, da tauchte aus dem Nichts ein Schatten auf, verhüllte mich in eine schützende Umarmung und zog mich von der Straße herunter. Wir stürzten auf den nassen Gehsteig, doch ich landete weich und geborgen. Ich wusste sofort, dass es Alexei war, in dessen Armen


ich mich befand und wandte mich zu meinem Retter um.


Alexei musterte mich schockiert und erleichtert zugleich. Seine Brust hob und senkte sich mit schweren Atemzügen, er war durchnässt und sein langes Haar fiel ihm in tropfenden Strähnen ins Gesicht.


Trotz der Dunkelheit leuchteten seine grünen Augen wie die einer Katze. Ich zitterte am ganzen Leib. Den Regen, der unaufhaltsam auf uns niederprasselte, spürte ich nicht mehr. Ich sah nur noch ihn. Er strich über mein nasses Haar, seine Hand verharrte an meiner Wange.



Was machst du denn, Leon? Du hattest Glück, dass ich gerade zufällig in der Gegend war.



Alexei stand auf und zog mich auf die Beine. Ich griff nach seinen Oberarmen und umklammerte sie. Der Wunsch, mich an seinen starken Körper zu schmiegen, war kaum noch zu bändigen.




Wer bist du wirklich, Alexei? Und was willst du von mir?


Mein
Blick wanderte zwischen seinen Lippen und den Tiefen seiner schönen Augen, ich versank darin. Alexei war mir fremd und doch so vertraut.



„Ich will dich. Du bist mein Schicksal und ich bin Deines", antwortete er mit seiner tiefen Stimme, die mich erschauern ließ. Er zog mich an seine harte Brust. Ich spürte seinen schnellen Herzschlag, dort wo sich unsere Oberkörper berührten. „Und ich vergehe vor Sehnsucht nach dir. Jeden Tag mehr. Die letzten Tage waren für mich die Hölle auf Erden. Ich träumte davon, dich zu berühren ... und zu küssen."


Auch wenn es sich wahnsinnig schnulzig anhörte, war es das Aufregendste und Betörendste, das man mir jemals gesagt hatte. Noch bevor ich etwas erwidern konnte, umfasste er mein Gesicht und flüsterte meinen Namen. Um uns herum schien sich die ganze Welt zu drehen, doch in seinen Armen stand ich sicher auf dem Boden. Ich starrte wie gebannt auf seine Lippen.


„Aber ... aber Alexei", stotterte ich. „Ich ... bin ein Mann."


Ein amüsiertes Zucken umspielte seine Mundwinkel.


„Das ist mir nicht entgangen", antwortete er. „Spielt das irgendeine Rolle?"


Ich hatte keine Antwort darauf, der Kerl machte mich sprachlos. Nein, es spielte in diesem verzauberten Moment wirklich keine Rolle mehr, und ich sehnte mich nach seinen Berührungen - nach einem Kuss.


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