Vorstellung Ich bin Franziska und 18 Jahre alt. Manche behaupten, dass ich ein Aprilscherz sei (Ha-ha), weil es gerade der Erste war, als ich auf die Welt kam. Das aber berührt mich nur peripher (oder auf Deutsch: das geht mir glatt am Ar*** vorbei). Von meinem Aussehen her werde ich oft mit einem Kind verwechselt. Na ja, ist ja auch kein großes Wunder, wenn man sehr klein und zierlich ist – nur 1,37 m bei einem Gewicht von knapp 36,00 kg. Dabei „wurde“ ich schon kräftig gewachsen, weil ich sonst noch viel kleiner wäre (so kann ich wenigstens über die Tischkante gucken, wie manche Blödmänner in meiner Klasse sagen). Meine Mutter sagt, dass es nicht nur am Aussehen liegen würde, sondern vor allem an meinem Verhalten, dass viele mich nicht wie eine Erwachsene behandeln, sondern wie ein kleines KIND! … Ich besuchte bis zu den Ferien das Gymnasium in der zwölften Klasse in Bernau, einer Stadt am Rand von Berlin. Ich gehöre zu den beliebtesten Mädchen in meiner Clique, mit der ich auch häufiger in der Disco bin (und das immer bis weit nach Mitternacht). Und wenn das nicht geht, hängen wir am Bahnhof ab. Wie oft das ist, kriegt meine Mutter nicht mit, denn da ich sehr sportlich bin, habe ich mich schon oft abends aus dem Fenster gehangelt. Na ja, ab und zu erwischt die mich schon. Einmal war die voll gemein! Da hat die doch einfach dort, wo ich immer lande, mein altes Planschbecken mit Wasser hingestellt. Natürlich traf ich voll und rutschte auch noch aus! Oh, war ich sauer! Weißt du, wie man sich da fühlt? Wie eine Katze, die gerade aus dem Aquarium klettert! Natürlich war mein „Ausflug“ damit beendet. Als ich wieder in mein Zimmer ging, stand die „alte Dame“ einfach nur da und sah mich an, ohne ein Wort zu sagen. Und die hatte mir auch noch ein Badetuch hingelegt… … Ungeschminkt verlasse ich natürlich nie das Haus. Make-up, Wimperntusche, Lidschatten und ähnliche Segnungen der Kosmetikindustrie sind sehr wichtig für mich. Meine Mutter sagt immer, dass viel Spachtelmasse eigentlich in den Bereich der Schönheitschirurgie gehöre und ein umfangreiches Farbsortiment eher etwas für den Restaurator sei. Einmal hat sie mir doch glatt eine Büchse mit echter Spachtelmasse hingestellt und dazu noch blauen Reparaturlack! … Mit meiner Mutter verstehe ich mich überhaupt nicht gut. Nicht nur, dass sie meinen Vater rausgeschmissen hat! Die motzt immer nur rum, in einer Tour! Ihrer Meinung nach mache ich nie etwas richtig. Das eine Mal sind ihr meine Sachen zu aufreizend, ein anderes Mal habe ich die Musik zu laut, Regeln würde ich nie einhalten, ich würde mich wie ein kleines trotziges Kind aufführen, mein Zimmer sehe aus wie nach einem Bombenangriff, in der Schule habe ich meine Klausuren in Mathe und Physik vergeigt – das übliche eben… … In der Nacht vor der Physikprüfung habe ich noch einmal die theoretischen Kenntnisse aus dem Unterricht gründlich „vertieft“, indem ich sie in die Praxis umsetzte (auf Deutsch: ich kletterte mal wieder aus dem Fenster). Wir wollten noch ein wenig abhängen. Leider war es dann doch schon „etwas“ später, als plötzlich zwei „freundliche Herren“ in blauen Uniformen auf dem Bahnhof auftauchten. Wie immer hatte ich meinen Ausweis nicht bei. Die Typen brachten mich, selbstverständlich unter Alkohol stehend, mit dem Limousinendienst (sogar mit Chauffeur, was für ein Service) nach Hause. Dass sie aber auch noch meine Mutter rausgeklingelt haben, war doch irgendwie gemein, denn sie musste immerhin am nächsten Tag wieder früh raus… und sie sah mich nur an, so traurig… und sagte kein Wort… Dabei ist die doch selbst schuld, wenn sie mich immer einsperren will! Als meine Mutter, kurz nachdem sie mich früh geweckt hatte, vom Blaulichtfahrzeug zum Noteinsatz abgeholt wurde, drehte ich mich spontan auf die andere Seite. Als ich wieder aufwachte, hatte ich kaum noch Zeit, mir die Zähne zu putzen. Frühstück? Wozu! Also im Sprint zur Schule! Als ich erschien, fielen mir fast die Augen zu, ich konnte mich kaum konzentrieren. Ach war das fies! Ich wollte doch noch einen anderen Kugelschreiber einstecken! Und wo ist die Formelsammlung? Der Spickzettel war ja griffbereit – auf dem Schreibtisch zu Hause. Da lag er gut! Also ohne Hilfsmittel! Der absolute Volltreffer! Sch*** Verhältnisgleichungen… Wie gingen sie noch mal? Ich bin zwar nicht gerade die Schlechteste in Physik, aber das konnte mich nun leider auch nicht mehr retten. Also meldete ich mich, weil ich (angeblich) aufs Klo musste. In Wahrheit wollte ich schnell mit dem Handy ins Internet, denn da finde ich alles! Leider aber kam Frau Stubenrauch (meine absolute „Lieblingslehrerin“, die die Aufsicht hatte) zu mir, als ich das Handy gerade in der Hand hatte, denn die Hose war zu eng, so dass ich nichts in die Taschen stecken konnte. So zog die blöde Kuh es „nur“ ein und sagte, dass sie es meiner Mutter vorbeibringen würde. Ich war stinksauer, denn das Handy war meine letzte Chance. So brauchte ich einfach viel zu lange… und die Formel zur Berechnung von Quadraten kann sich doch keiner merken… Ich war einfach zu müde und konnte mich kaum konzentrieren. Daher gab ich Lösungen ab, die teilweise mehr Fragen stellten als beantworteten. Die Lehrerin schrieb drunter: „Sehr interessante Auffassung über das Wirken physikalischer Gesetze!“ Na ja, wenigstens hat es noch zur drei gereicht. … Meine Mutter wartete auf mich, als ich nach Hause kam, sah mich nur an mit ihren ruhigen Augen, in denen kein Vorwurf zu erkennen war und sagte, dass sie mit mir reden möchte. Ich aber wollte nicht mit ihr reden! Ich brüllte nur: „Du kannst mich mal! Ich bin 18 und kann selbst entscheiden was gut und was schlecht für mich ist!“ … Mathematik… war auch eine interessante Prüfung. Ich gab einen Zettel ab, auf dem stand: „Siehe Formelsammlung, Seiten 19 – 21.“ Dazu schrieb ich: „Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und damit weiß ich mehr als derjenige, der nicht weiß, dass er nichts weiß.“ Auf das nächste Blatt malte ich einen Raum mit einer Qualmwolke und schrieb dazu: „Für einen intelligenten Menschen ist es einfach, sich dumm zu stellen. Nur umgekehrt wird es problematisch!“ Ich hatte einfach keinen Bock, denn ich wusste, dass ich bei DER Lehrerin sowieso keine Chance habe, mehr als 9 Punkte zu erreichen… da kam es auf eine Klausur mehr oder weniger doch auch nicht mehr an! Leider gab ich versehentlich (Wirklich! Das musst du mir glauben!) den Zettel mit meinem kreativen Erguss auch mit ab. Und auch noch Sport… da habe ich immer durch Abwesenheit geglänzt… … Ständig werde ich von meiner Mutter angemeckert, weil ich ihrer Meinung nach zu faul sei und mich zu kindisch benehmen würde. Ich würde andauernd alles vergessen – sogar noch meinen Kopf, wenn der nicht angewachsen wäre. Immer, wenn sie was sagt, schreie ich sie an: „Lass mich in Ruhe! Ich bin selber alt genug!“, verschwinde in meinem Zimmer und drehe die Musik laut auf. … Natürlich hat meine Mutter sehr schnell erfahren, dass ich zu Nachprüfungen antreten darf, denn Frau Stubenrauch (na ja, der Name kann ja nichts für die Trägerin…) ruft bei jeder Kleinigkeit meine Mutter an, um zu petzen. Daran ändert nicht einmal der Fakt etwas, dass ich ja eigentlich volljährig bin! Scheinbar glaubt die Ziege, ich bin noch ein BABY! Manchmal benehme ich mich doch noch etwas kindisch, gebe ich ja zu. Aber ich bin 18! Wann lernt die blöde Kuh das endlich? Und dass die immer noch DU zu mir sagt, passt mir auch nicht! Aber als Lehrerin kann sie das ja nicht begreifen! Kein Wunder, dass ich ihr absoluter „Liebling“ bin, denn wenn eine Schülerin unter eine Arbeit schreibt: „Ich würde mich gerne auf geistigem Gebiet duellieren, das geht aber nicht, wenn der andere waffenlos ist.“, dann ist doch klar, dass ich diese Frau nicht besonders gut leiden kann. …
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Dieses Buch erzählt die Geschichte eines 18-jährigen rebellischen Mädchens, das von ihrer Mutter gezwungen wird, in den Sommerferien zu sich selbst zu finden. Dabei behandelt die Mutter ihre Tochter genau so, wie sie sich in der letzten Zeit verhält - wie ein Baby. Franziska lernt die Welt mit anderen Augen und Farben kennen und erfährt dadurch, was wahre Mutterliebe und Freundschaft ist.
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