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> Belletristik > Egon! Wenn ich dich erwische
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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Egon! Wenn ich dich erwische, Randy C. Möbes
Randy C. Möbes

Egon! Wenn ich dich erwische



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Tief in seinen Träumen versunken schläft Ben friedlich in seinem Bett, als er durch einen höllischen Krach aufgeschreckt wird. Kerzengerade sitzt er da und sieht sich benommen um. Auch Pat ist hochgefahren und sieht sich verwirrt um.


Beide springen aus ihren Betten und stürmen ins Wohnzimmer.


Egon sitzt auf dem Sofa, ihre Beine hat sie vor sich auf den Tisch gelegt und blättert in einer Zeitschrift rum. Die Stereoanlage ist auf volle Lautstärke gestellt.


Auch die anderen sind aus ihren Zimmern gestürmt und starren jetzt Egon an.


Ben stellt die Anlage aus und schreit Egon an: "Du blöde Kuh, was fällt dir ein, um diese Zeit so einen Krach zu veranstalten?!"


Egon grinst ihn frech an. "Ach nee, ich hab dich doch nicht etwa aus deinen Träumen gerissen?  Ich würde jetzt fast sagen es tut mir leid, aber dann müsste ich ja lügen."


Wutschnaubend geht Ben einen Schritt auf sie zu, doch sofort ist Kylie dazwischen. "Ben, ich entschuldige mich für Egon. Ich verspreche dir auch, dass es nie wieder vorkommt."


Aus zusammengekniffenen Augen sie Ben Egon an. "Es wird auch nie wieder vorkommen, denn du packst deine Sachen und verschwindest." Sein Blick ist starr auf Egon gerichtet. Freudig nickt Egon ihm zu. "Bin schon weg!" Egon springt auf und will in ihr Zimmer, doch Kylie schnellt nach vorn und hält sie fest. "Nein! Wenn sie gehen muss, geh ich auch."


Egon lässt den Kopf sinken, dann hebt sie ihn wieder und sieht Ben frech grinsend an. Bedauernd zuckt sie mit den Schultern. "Siehst du, ich will ja gehen, aber sie lässt mich nicht." Ben funkelt sie an. "Warum bist du überhaupt hergekommen, wenn du uns nicht ausstehen kannst?" Drohend geht Egon einen Schritt auf ihn zu. "Warum habt ihr überhaupt so ein saublödes Preisausschreiben gemacht? Und dann musstet ihr ja auch noch Kylie auswählen, ihr hättet ja auch jemand anders nehmen können."


"Wenn ich gewusst hätte, was für eine blöde Sumpfkuh sie mitbringt, hätte ich es auch. Wer kann denn schon ahnen, dass es so viel Blödheit in einem Menschen gibt."


Nur mit Mühe kann Egon sich ein Lachen unterdrücken. "Du brauchst nur in den Spiegel zu schauen, du übertrumpfst mich doch bei weitem."


Ben atmet tief durch. "Ich geh jetzt duschen und wenn ich wiederkomme, bist du weg." Noch einmal sieht er Egon warnend an. Egon kann nicht mehr und prustet los vor Lachen. "Wenn du wütend bist, beben deine Nasenflügel und deine Augenbraue zuckt, man, sieht das lustig aus."


Ben stürmt ins Bad und knallt die Tür zu.


Noch immer lachend geht Egon in ihr Zimmer.


Kylie sieht verzweifelt von einem zum anderen. "Wenn Egon gehen muss, geh ich auch, das war nicht nur so gesagt." Pat sieht Kylie bittend an. "Du kannst doch bleiben, aber mit Egon geht es wirklich nicht mehr."


"Ach, so schlimm find ich Egon gar nicht. Von mir aus kann sie ruhig bleiben", mischt sich Dustin schmunzelnd ein.


"Irgendwie hab ich das Gefühl, sie nimmt das alles, unsere Musik und uns, nicht ernst. Warum ist sie überhaupt mit dir mitgekommen?" Philipp sieht Kylie neugierig an.


Doch Kylie antwortet ihm nicht, sondern klammert sich an Pat. "Bitte, du musst noch mal mit Ben reden. Sie muss bleiben, ich sag ihr auch, dass sie sich benehmen soll."


Jetzt muss sogar Simon lachen. "Glaubst du, dass sie auf dich hört?"


Sie waren so in ihr Gespräch vertieft, dass keiner mitbekommen hat, wie Egon reingekommen ist. Erst als sie hinter Pat stehend laut aufschreit: "Man Simon, du kannst ja sprechen. Ich hab schon gedacht, du bist stumm."


Simon läuft rot an und alle Blicke gehen zu Egon.


Grinsend steht Egon mit ihrer Tasche in der Hand da. "Na dann wünsch ich euch noch viel Spaß." Und schon geht sie zur Tür. Kylie greift sie am Arm. "Warte! Ich komm mit." Egon streift kopfschüttelnd ihre Hand ab. "Du kannst ruhig hier bleiben. Ich komm schon allein nach Hause." Aufgeregt schüttelt Kylie den Kopf. "Nein! Ich habe dich hierher geschleppt und wenn du gehst, geh ich auch." Entschlossen sieht Kylie zu Pat rüber. "Ich pack jetzt meine Sachen." Gerade als sie an der Tür ist, kommt Ben aus dem Bad. "Von mir aus kann Egon bleiben." Er richtet seinen Blick drohend auf Egon. "Aber wehe, du quatschst mich noch mal an."


"Das kann ich beim besten Willen nicht ...", weiter kommt Egon nicht, denn Kylie ist auf sie zugesprungen und hält ihr den Mund zu. "Halt die Klappe! Sie wird dich in Ruhe lassen, ich werde dafür sorgen." Kylie schiebt Egon zu ihrem Zimmer. "Los, rein." Egon hat endlich wieder ihren Mund frei und protestiert. "Was soll das? Ich hatte sie schon so weit und du versaust mir wieder alles. Jetzt muss ich doch noch hier bleiben."


Kylie schließt schnell die Tür. "Nur einer hasst dich, nicht alle."


Egon zuckt grinsend mit den Schultern. "Aber leiden kann mich keiner."


Kylie baut sich vor ihr auf. "Denkste! Dustin findet dich echt gut. Er ist richtig begeistert von dir." Mit offenen Mund starrt Egon sie an. "Das kann nicht sein. Da musst du dich irren. Ha, ich weiß, du erzählst das nur, damit ich aufgebe und du die Wette gewinnst. Das klappt aber nicht." Kylie nimmt Egon an den Schultern. "Mit so was mache ich keine Scherze, das weißt du genau. Er mag dich wirklich."


Egon lässt sich langsam aufs Bett sinken. "Der arme Junge, das muss ich sofort ändern. Ich lass mir ganz schnell was einfallen."


"Egon, warum bist du nicht einmal ein bisschen nett zu einem Kerl?"


"Was habe ich davon? Nichts! Die wollen einen doch nur betatschen und ins Bett kriegen. Nicht mit mir!"


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