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Belletristik
Buch Leseprobe EDELFA UND DER TEUFEL, Caroline Sesta
Caroline Sesta

EDELFA UND DER TEUFEL


I - Wie alles begann

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Während einer der Wächter sie unnachgiebig festhielt, hob ihr der zweite Maskierte die Arme über den Kopf und zog ihr das Nachthemd aus. Edelfa verlor dabei gänzlich ihre Fassung. „Was habt Ihr vor? Wollt Ihr mich schlachten? Wie ein Stück Vieh?“ Niemand reagierte. Im verzweifelten Versuch, trotz der Dunkelheit Emanuele´s grüne Augen auszumachen, sprach sie ihr Gegenüber an. „Wofür deine Freundlichkeit, wofür der Schneider? Emanuele, wer bist du? Was willst du von mir? Bitte, so sprich´ doch zu mir ...“ Noch nie hatte sie ihn bei seinem Namen genannt. Jetzt tat sie es. Ohne Scheu schickte sie ihr Entsetzen zu den Wesen, die sie umgaben, denn sie war sich sicher: Er war unter ihnen. Wozu sonst die Masken?


Emiliana stand unweit von Edelfa und hörte ihre Worte. Als sie dazu vernahm, wie die junge Frau ihren Sohn mit Namen ansprach, wurde sie im Wissen, wie sehr sie ihn hinterging, unsicher. Hoffte er etwa zu Recht auf Zuneigung und sie zerstörte ihm hier? Indes - für einen Rückzieher war es zu spät. ER würde sie zeichnen. SEIN wäre ihre Seele und Emanuele hätte sie sicher an seiner Seite. Nach einem tiefen Atemzug winkte sie den Wächtern, damit diese fortfuhren.


Ohne weitere Gegenwehr verfolgten Edelfa´s Augen, wie man sie nackt auf die kalte, steinerne Tischplatte legte und ankettete. Unentwegt wanderten ihre Blicke zwischen den beiden Männern. „Ich verfluche dich für das, was du mir antust“, schickte sie den Maskierten hinterher, als sich diese entfernten. Dann sah sie zu Emiliana, die soeben vor einen Schrein getreten war. Nachdem Edelfa dessen Inventar erkannt hatte, erstarrte ihr das Blut in den Adern. Wenn auch vordem nur aus Schilderungen und Zeichnungen Padre Gaudenzio´s, so wusste sie um die Gegenstände, denen sie sich jetzt gegenübersah: Wie magisch leuchtete ein metallener Drudenfuß im Schein des Lichts einer Öllampe in Form eines Widderkopfes, deren flackernder Schatten sich viele Male in die Bögen des Gewölbes zeichnete. „Nein, nein, es kann nicht sein. Was geschieht dir? In die Hände von Teufelsanbetern bist du geraten. Heilige Mutter Gottes.“ Während Edelfa´s Gedanken rasten, hallte Emiliana´s Stimme durch das Gewölbe. „SATAN, dunkler Fürst, ich rufe DICH. Erscheine mir.“


In unfasslicher Vorahnung wollte Edelfa die Anrufung überschreien, doch ihre sich verengende Brust entließ nur ein abgehacktes Keuchen. Und auch dieses setzte aus, als es donnerte, Qualm und Schwefelgestank aus dem Schrein drangen und ER tatsächlich erschien - der leibhaftige Teufel.


Obwohl zutiefst gläubig, befand Edelfa die flammenden Schilderungen über das Wesen des Höllenfürsten bisher als märchenhaft. Doch als sie IHN nun vor sich sah, wusste sie, dass keine der Beschreibungen übertrieben waren. Rotglühend und schwarz behaart SEINE hagere Gestalt, sprühten die dunklen Augen Funken. SEIN gehörnter Kopf mit einem Kinnbart und spitzen, haarigen Ohren glich dem eines Ziegenbocks. SEINE Lenden verhüllte ein Tuch. Über den Schultern trug ER einen langen schwarzen Umhang und SEIN linkes Bein endete in einem Pferdehuf.


„Was gibt es MEINE Schöne? Warum hast du MICH gerufen?“ ER beugte sich zu Emiliana und küsste sie auf den Mund.


„Die Jungfrau“, wies ihre Hand zur Steinplatte, „möchte ich DIR weihen, MEIN Fürst.“


„Oh, eine Jungfrau. Hier? Wie kommt es?“ Verwundert beugte ER SEINEN Rücken und näherte sich mit gierigen Blicken der erstarrenden Edelfa. Einzig ihr Herz raste, ihr keuchender Atem hatte sich bereits mehrfach überschlagen und ihr Blick flatterte.


Mit glühenden Augen zwirbelte ER ihr offenes Haar zwischen den Fingern einer Hand, während seine andere Hand von ihrem Hals erst zu ihren bebenden Brüsten, dann zu ihren nackten Lenden strich, wo sie verharrte. „Köstlich. Unberührt und rein wie die Heilige Jungfrau. Schnell, gib´ MIR von ihrem Blut, MEINE Schöne. ICH will sie wohl als MEINE Tochter anerkennen.“


Unter gemurmelten Beschwörungsformeln entnahm Emiliana dem Schrein ein spitzes Messer und einen Silberbecher. Mit einem Stich in die Armbeuge ließ sie Edelfa zur Ader und reichte IHM wenig später den begehrten Becher voll dampfendem Blut. Den Kelch an SEINEN Lippen, trank ER gurgelnd, unterdessen ER begann, mit einem SEINER langen Fingernägel die Haut an Edelfa´s linker Hüfte einzuritzen. Kaum dass sie den Schmerz ihrer aufgestochenen Ader überwunden hatte, meinte sie nun, ihre Hüfte würde lichterloh brennen. Flehend öffnete sie ihren Mund, um himmlischen Beistand zu erbitten, doch SEINE lauernden Blicke, die sich in ihre Augen bohrten, lähmten sie. Im Gefühl, von IHM gebannt zu sein, schaffte sie es trotzdem unter größter Anstrengung, wenigstens ihre heißen, trockenen Augen zu schließen in der Hoffnung, sich IHM damit zu entziehen.


„Ein starker Wille, MEINE Schöne. Mehr, gib´ MIR mehr von ihrem Blut.“ Unaufhörlich kratzte ER an Edelfa´s Hüfte. Erneut spürte sie einen Stich im Arm und erneut hörte sie SEIN geräuschvolles Schlürfen ...


„Nun sag“, dröhnte SEINE Stimme in ihren Ohren, „wer ist sie und warum weihst du sie MIR, MEIN Teufelsweib?“


„DEIN Sohn hat sie für sich erwählt. Als sein jungfräuliches Weib, das ihm seine Nachkommen schenken wird.“


„MEIN geliebter Sohn also. Wo ist er? Weshalb bringt er sie MIR nicht selbst?“ Ungeachtet dessen, dass man IHM die Antwort schuldig blieb, lag abermals eine SEINER Hände auf Edelfa´s Brust. Sie spürte, wie ER nach ihrem Herzschlag fühlte. „In der Tat, das gleiche Feuer. MEIN Sohn hat gut gewählt. Sie ist es und deshalb, MEIN Weib, sorge du dafür und gib´ ihm die Ewigkeit mit ihr.“


SEINE Worte, nur noch in ihr Unterbewusstsein gedrungen, schickten aus der Tiefe ihrer gequälten Seele einen gellenden Schrei. Danach schwanden Edelfa die Sinne.


 


 


 


 


 


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