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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe E-Mail in die Vergangenheit, Angela Hünnemeyer
Angela Hünnemeyer

E-Mail in die Vergangenheit



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Dieses Buch widme ich zwei Menschen,                  


die ich nicht persönlich kenne,


aber weiß, dass es sie gegeben hat.


Als Erkenntnis für das heutige Dasein,                 


für ein glückliches und zufriedenes Leben,


denn es hat sich etwas gelöst,                                             


was jahrelang in den Menschen im Verborgenen


schlummerte, nicht greifbar war,


nicht realisierbar war.


Wann und ob es Veronique und Ruppert gegeben


hat, ist geklärt.


Auf jeden Fall haben sie das Leben zweier


Menschen bereichert mit dem Schönsten,


was es auf dieser Erde gibt.


Mit Liebe!


Wahrer tiefer und echter Liebe.


Dafür sage ich einfach Danke.


 


Angela Hünnemeyer


 


 


E-Mail in die Vergangenheit


 


Vorgeschichte


Es ist schon merkwürdig. Die ganze Geschichte begann schon viel eher als in diesem Jahr am 16. April. Veronika spürte eine Veränderung ini hrem Leben, schon im vorigen Sommer. Sie konnte es aber nicht deuten, nicht greifen, war verunsichert über das Gefühl in sich, welches sie hin und wieder übermannte. Es lag wie im Nebel, sie wusste nicht genau, was es ihr vermitteln wollte, spürte aber trotzdem ganz deutlich, dass etwas anstand.
Ihr vollständiger Name ist Veronika Dupont oder er war es zumindest noch bis vor einigen Wochen. Heute ist sie es nicht mehr. Vielleicht nur noch laut Personalausweis. Heute ist sie eine andere.
Veronika stand fest in ihrem Leben, doch ein ungewöhnliches Ereignis zog sie völlig aus ihrem Dasein, entriss sie der Normalität.
In den letzten beiden Jahren überschlugen sich die Ereignisse. Sie war seit sehr vielen Jahren in einer festen Beziehung. Es war die große Liebe.
Niemals hätte irgendetwas darauf Einfluss nehmen können. Niemals hätte es ihrerseits Irritationen geben können, die sie dazu veranlasst hätten, diese Beziehung abzubrechen. Doch ein innerer Kampf tobte seit geraumer Zeit in ihr, ein Gefühl, das sie bewog, diese Beziehung entgegen
ihrer Einstellung zu beenden.
Ihre Eltern gaben ihr den Namen Veronika. Sie nahm ihn so hin, was blieb ihr auch anderes übrig; doch sie fand, dass er nicht so ganz richtig zu ihr passte. Oft rief man sie liebevoll Veronique. Immer wenn dies geschah, fühlte sie sich sehr wohl, sie mochte diesen Kosenamen, konnte sich gut mit ihm identifizieren, er war ihr nie fremd.
Ihr Unwohlsein sich selbst gegenüber begann, als sie diese Beziehungmit diesem Mann einging. In dieser Beziehung waren viele Ungereimtheiten, doch trotzdem duldete sie alles, weil sie ihn sehr liebte, doch sie lebte gegen ihre Einstellung. Das war nicht das, in dem sie so richtig aufging und sich wohl fühlte.


Das kindliche gute Empfinden sich selbst gegenüber verschwand mit der Zeit. Sie hatte sich verloren, ihre wahre Identität aufgegeben. Die Veronique, die ihr so vertraut war, gab es nicht mehr.
Mit viel Schmerz nahm sie Abschied von dieser Liebe und sie wusste noch nicht einmal, warum sie dieses tat nach solch einer langen Zeit.
Sie musste frei sein, sah aber da noch nicht den Sinn für ihr Handeln, es wurde einfach so gesteuert.
Diese Trennung von dem von ihr so sehr geliebten Menschen war sehr schmerzhaft. Alle Ablenkungen waren vergebens, sie litt, konnte es nicht verarbeiten, obwohl es ja ihr eigener Wunsch gewesen war. Ein Leben ohne diesen Mann war für sie immer unvorstellbar gewesen und trotzdem zwang sie irgendeine Macht dazu, diesen Weg zu gehen.



Durch einen Zufall entdeckte sie im Internet ein Austauschforum. Es war mittlerweile Frühling geworden. Die Kommunikation dort verlief jedoch sehr oberflächlich und man schrieb eher über belanglose Themen.
Eines Tages grüßte sie eine Frau. Für Veronika war es selbstverständlich, ihr zu antworten. Es entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit ein reger Kontakt. Jutta, zwei Jahre älter als sie.


Veronika hatte das Gefühl, als würde sie sie schon ewig kennen. Schon bei ihrer zweiten Mail schrieb sie ihr, dass sie hoffe, sie oft auf ihrer Seite zu sehen, weil immer dann, wenn sie ihr Bild sah, für sie die Sonne aufging. Jutta hatte ein Foto eingestellt, auf dem sie eigentlich nicht zu erkennen war. Sie trug ein Käppi und eine Sonnenbrille. Das Gesicht blieb unerkannt, anonym.



Nach etwa zwei Wochen des regen Briefkontaktes sprachen sie über ihre Berufe. Dabei erfuhr Veronika von ihr, dass sie als psychologische Beraterin und Heilerin tätig war. Sie hatte von Anfang an ein Vertrauensverhältnis zu ihr, fühlte sich sehr wohl wenn sie mit ihr schrieb und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie ihr von dem Ende dieser langjährigen Beziehung erzählte, auf welchem ungewöhnlichen Weg sie einfach diese Liebe beendet hatte, von einem Tag auf den anderen, ohne eine Begründung dafür zu haben.
Zu diesem Zeitpunkt hing Veronika in einem tiefen Loch, dachte, dass sie es alleine nicht schaffen würde, wieder zu sich selber zu finden, nicht immer an diesen Mann zu denken, zu glauben, dass sie ohne ihn nicht leben konnte. Es hatte sich so dermaßen manifestiert, dass sie es sichf örmlich einredete, immer und immer wieder. Ihr wurde langsam klar, dass sie professionelle Unterstützung benötigte. Somit bat sie Jutta, ihr dabei behilflich zu sein.



Aufgrund der häuslichen Entfernung arbeiteten sie telefonisch miteinander.
Schon während des Gespräches spürte sie Energien von denen sie gar nicht wusste, dass es sie gab. Nach bereits zwei Sitzungen fand sie neuen Lebensmut und somit ihre Kraft wieder. Schöne Dinge wurden ihr wieder bewusst, sie spürte ihren Körper und sah, wie schön sie eigentlich
war. Ja, es bereitete ihr sogar wieder Freude, sich im Spiegel zu betrachten.
Sie begann, sich wieder von ganzem Herzen zu lieben.
Nach den ersten beiden telefonischen Beratungen fragte Jutta sie, ob sie nicht an einem persönlichen Treffen in ihrem Hause interessiert sei.
Eine Heilersitzung wäre sicherlich noch der krönende Abschluss. Sie überlegte nicht lange, sagte ihr auf der Stelle zu und besuchte sie.


Jutta öffnete ihr die Türe und vor ihr stand eine Frau mit einer wunderschönen Erscheinung, klein und zierlich mit dunklem langem Haar. Ihre grünen Augen leuchteten und strahlten tiefe Herzlichkeit aus. Sie war sehr liebenswert und dafür, dass sie ihr zum ersten Mal persönlich gegenüberstand,
war es trotzdem so, als würden sie sich schon ewig kennen.
Nichts, aber auch gar nichts, wirkte fremd und unbekannt. Das Gefühl, das sie schon die ganze Zeit in sich trug, hatte sich bestätigt. Ein Urvertrauen war einfach da.
Die Heilersitzung war ein absolutes Highlight. Veronikas Aufgabe bestand einfach nur darin sich zu entspannen, die Augen zu schließen und leiser Musik zu lauschen. Was ihr seit Monaten, nein, eigentlich seit Jahren, nicht mehr gelungen war, eine Entspannung in ihren Körper zu bringen, wurde innerhalb von Minuten möglich. Sie verspürte eine Ruhe in sich, wie sie es niemals für möglich gehalten hätte.
Nach dieser Sitzung war sie wie umgewandelt. Sie wurde von einem Wohlgefühl sich selbst gegenüber übermannt, fühlte Kraft und Zuversicht, wie sie es noch nie in ihrem Leben gespürt hatte.
In ihrer Kindheit hatte sie eine wahnsinnige Selbstliebe, wollte nie jemand anderes sein, war im Einklang mit sich und ihrer Umwelt, war nicht manipulierbar gewesen, hatte Stärke, vertrat sich und ihr Handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Ehrlichkeit und Liebenswürdigkeit, Hilfs-bereitschaft und Entgegenkommen, Freundlichkeit und Zufriedenheit, all das waren ihre Charakterzüge gewesen. Doch leider verschwanden diese immer mehr und je älter sie wurde, desto mehr gingen von ihren Idealen verloren.


Für sie war ihr Geburtstag immer ein besonderer Tag gewesen. Sie war immer sehr stolz auf diesen Tag, denn es war ihr Tag. Selbst das wurde mit der Zeit überlagert, war ihr gleichgültig geworden, ein Tag wie jeder andere, ganz so, als wenn es nicht von Wichtigkeit gewesen wäre, ob sie da war oder nicht.
Doch nun, nach dieser Sitzung, konnte sie auf einmal durchatmen. Sief ühlte sich wie neu geboren, sah vor sich diesen schleichenden schlechten Einfluss, den man auf sie ausgeübt hatte, ohne dass sie es selber bemerkt hatte, gewann an Stärke und Kraft in ihrem Inneren und konnte das auch leben und erleben, wie sie sich täglich immer besser fühlte und richtig aufblühte. Ihre Selbstachtung war wieder da und sie nahm sich wieder an. Veronika war sich sicher, dass sich an diesem Tag eine tiefe letzte Blockade gelöst hatte.
Sie hatte eine innere Freiheit wiedergefunden, sie hatte das Gefühl, dass sie auf dem Wege zu sich selbst war, sie spürte etwas in ihrem Innern, was sie stark an etwas erinnerte. Es war diese Jutta, die sie kannte, dieses Wohlgefühl in ihrer Gegenwart, solch eine Vertrautheit, als kannten sie sich schon lange - aus einer anderen Zeit.
Sie atmete durch und wusste nach dieser entspannenden Sitzung, dass sie bereit war, nur noch Menschen in ihrem Umfeld zuzulassen, die ihr wohlgesonnen waren, die ihr wirklich gut taten. Ein Wandel hatte in ihr stattgefunden, das Gefühl, dass sie nun endlich aufblühen konnte und eine neue Zeit für sie beginnen würde.
Nun wurde plötzlich ihr Bewusstsein wachgerüttelt, sie fühlte deutlich, was sie immer gespürt hatte, aber nicht deuten konnte. Und somit wurde sie frei für einen Weg, den sie gehen musste.



Ganz klar und deutlich wusste sie zu sagen, dass etwas auf sie zukommen würde, das der realen Welt fremd war, das nicht nachvollziehbar war. In ihrem Herzen spürte sie etwas, das mit einer sehr tiefen Liebe zu tun hatte. Ein ständiges Wechselspiel in ihr beeinträchtigte ihre Gefühle, ihr Denken, ihr Handeln. Man (wer auch immer man war) übertrug ihr eine Aufgabe, in der sie handeln musste, obwohl es überhaupt nicht ihr Bestreben war, dies zu tun.
Es war ein Bann, in den sie gezogen wurde und das in der heutigen abgeklärten Zeit, wo man über allen Dingen steht, für alles eine Erklärung findet, alles analysieren kann, um ein befriedigendes plausibles Ergebniszu bekommen. So wurde sie ungewollt und nicht nur sie, ein Teil, eine Person, eine Hauptakteurin in einer Geschichte, die wieder neu aktiviert wurde, weil da irgendwo noch etwas offen stand.



Sie fühlte sich teilweise wie ein Werkzeug, wie jemand, der gelenkt wurde etwas zu vollenden, sei es im Positiven oder Negativen, das noch nicht geklärt war, nicht geklärt in einer anderen Zeit, in einem Leben vor ihrer Zeit. Heute weiß man, dass dieses Geschehnis genau einhundert Jahre zurückliegt.
Diese Geschichte ist nach einem Bruch 1909 nicht geklärt worden und noch bis über die Jahrhundertwende offen gewesen.


Ruppert, das ist der Mann, dem dieses Schicksal auch auferlegt wurde, und Veronika hatten eine Aufgabe zu erfüllen. Aber dass es so war, wusste und ahnte niemand zu dem Zeitpunkt, als sie sich kennenlernten.
Es war alles Schicksal, vermischt mit unerklärlichen Gefühlsausbrüchen.



Eine höhere Macht muss mit im Spiel gewesen sein. Es hört sich alles sehr unrealistisch an, doch Veronika hatte schon immer in ihrem Leben das Gefühl, dass sie noch irgendetwas Besonderes hier auf dieser Erde zu erfüllen hätte. Vielleicht war es diese Geschichte, in sie sie gezogen wurde.
Es ist eines der größten und tiefsten Gefühlsereignisse, die sie und Ruppert jemals durchlebten. Teilweise war es sehr schwierig, die Realitätund die Vergangenheit auseinander zu halten.


Sie lernten sich in der heutigen Zeit kennen, aber ihr erstes Treffen lag schon über einhundert Jahre zurück.
Sie waren von diesem Bann so vereinnahmt, dass sie sich für eine Zeit hier verabschiedet hatten, nicht mehr anwesend waren, in eine alte Welt eintauchten. In ihren Köpfen herrschte ständiges Chaos. Sie agierten hier und heute teils nur noch im Unterbewusstsein. Alles um sie herum
verschwand im Nebel.
Und so erlebten sie eine Zeitreise. Sie lebten das Leben der Menschen um 1900 und fühlten wie Menschen um 1900. Sie lebten eine aufregende Zeit der Liebe und des Schmerzes.


So werde ich, die Autorin, nun beginnen mit einer Geschichte, die das Leben schrieb, in der hoch technisierten Welt, in der das Medium Internet dazu verhalf, sich in ein Zeitalter von vor über 100 Jahren zurückzukatapultieren, eine ungewollte Zeitreise in die Vergangenheit zu erleben,
ohne es zu provozieren. Sie, ich spreche von Veronika und Ruppert, wurden einfach hinein geschleudert, ohne die Kraft zu haben, sich aus diesem Sog zu befreien.



Es forderte sehr viel Energie und Kraft, all das durchzustehen, aber es gab auch wahnsinnig viel Auftrieb und Gefühle, die man in der heutigen Zeit in diesem Maße nicht mehr erlebt.
Es ist die Geschichte, oder besser gesagt, das Leben zweier Menschen vor ihrer Zeit und sie hatten das Glück, dieses alles noch einmal zu durchleben in einer Mischung aus dem Heute und dem Gestern. Und das Gestern muss sehr schön gewesen sein, auch wenn es mit sehr viel
Schmerz verbunden war. Heute kann Veronika dem zustimmen.



Nach diesem Erlebten waren sie nicht mehr wie vorher. Alles ist anders, die Einstellung, die Gefühle, das Leben, die Persönlichkeit; es sind Veränderungen zum Positiven eingetreten.



Haben sie es selber erlebt irgendwann und es wurde wiederholt?



Haben andere es erlebt und sie waren das Werkzeug, um etwas zu vollenden?



Wollte man sie nur auf den richtigen Weg bringen?



Hat sie ihr Unterbewusstsein dazu gezwungen so zu handeln?



Veronika war nun schon wenige Wochen Mitglied in diesem Internetforum. Dort hatte sie Jutta kennengelernt und sie hoffte nun, weiterhin mit netten Menschen zu schreiben, gute Gespräche zu führen, abzuspannen nach täglicher harter Arbeit. Sie hatte ihren Wohlfühlnamen Veronique als Nick genommen. Doch ganz das Richtige war dieses Forum immer noch nicht, denn mittlerweile gab es auch plumpe Anmache, so überhaupt nicht ihre Welt. Aufgrund dessen beschäftigte sich
auch nur noch selten mit diesem Thema. So beschloss sie, sich abzumelden, wobei diese Abmeldung zunächst erfolglos war. Und das hatte wohl seinen Grund. Denn an einem Donnerstag geschah Folgendes, eigentlich unspektakulär und doch mit gravierender Wirkung.




                                                  Veronique und Ruppert
                                                        Das Kennenlernen



Es war Frühling geworden. Gelangweilt saß Veronika abends vor dem Laptop und schaute sich in dem besagten Internetforum an, was es neues gab. Alle Mails, die sie bekam, waren vorgefertigte Drucke, nichts Persönliches.
In der heutigen Zeit schreibt kaum jemand selber, dafür kann man ankreuzen und abschicken, sehr originell. So etwas landete dann in hohem Bogen im Papierkorb. Nur eine Mail war dabei, die eine selbstverfasste Überschrift hatte. Das imponierte ihr.
Diese Mail kam von Platon. Das war sein Nickname im Forum.


 


Grüße aus Koblenz



Hallo Veronique,



Sie haben sehr schöne Bilder eingestellt und Ihr Profil liest sich sehr interessant.
Es lässt natürlich auch viele Fragen offen.
Würde mich freuen, wenn Sie mir antworten würden.



Schöne Grüße
Ruppert



Ja, das war doch einmal etwas Anderes. Endlich einmal Abwechslung in diesem Programm hier.
Immer und immer wieder las sie diese drei Sätze und schaute auf die eingestellte Fotografie, dann wieder auf diese Zeilen, wurde regelrecht in einen Bann gezogen. Es zeigte einen Mann, der wohl in einem Urlaub abgelichtet worden war. Seine Gesichtszüge waren nicht ungewöhnlich,
ein Allerweltgesicht, aber mit starker Wirkung auf sie. Sie konnte ihre Blicke nicht lösen von diesem Bild, seinen Augen, seinem Lächeln, seiner Natürlichkeit. Sie kannte diesen Mann, wusste aber nicht woher.
Und dann seine Worte, die ihr sehr gefielen. Sie waren für sie schön und auch kultiviert geschrieben. Ihre Blicke wanderten hin und her, von der Fotografie zu seinen Worten, von seinen Worten zurück zur Fotografie. Und das zwanzig Minuten lang, ehe sie in der Lage war zu antworten.



Grüße aus Wiesbaden,



das nenne ich ja mal ein nettes und freundliches Anschreiben. Kultiviert und höflich. Darauf antworte ich auch sehr gerne.
Ich muss sagen, dass ich mich gefreut habe.
Ja, wir können uns gerne schreiben, um uns besser kennenzulernen, wenn Sie es möchten.
Danke für das Kompliment zu meinen Bildern. Ihr Bild im Profil ist sehr
natürlich. Es gefällt mir.
Erstmal liebe Grüße
Veronique



So, das war geschrieben und hätte sie gewusst, was diese beiden Mails für eine Wirkung auf ihre kommenden Wochen haben würden, sie hätte es nicht geglaubt. Nie und nimmer, sie hätte alle für verrückt erklärt, die ihr ihre Zukunft präsentiert hätten.
Dann ging sie zu Bett, denn es war jetzt nichts mehr Besonderes, das sie aufgefordert hätte, auf irgendetwas zu warten. Der Bann, entstanden durch diese Mail, war zunächst einmal ab-geschwächt. Er war für einen kurzen Moment, als Veronika die Nachricht erhielt; ok, der kurze Moment dauerte schon zwanzig Minuten, aber sie maß ihm dann doch nicht so viel Bedeutung bei. Wenigstens jetzt noch nicht. Doch diese Abschwächung hielt nicht lange an. Am nächsten Morgen in aller Frühe führte sie ihr erster Weg zum Laptop. Ihre Neugierde war geweckt, ob es eine Reaktion seinerseits gegeben hat. Hastig öffnete sie das System und entdeckte seine Nachricht, die er noch in der Nacht geschrieben hatte.
Als sie sein Bild sah, die Überschrift las, war es um sie geschehen. Die Anziehung war wieder da.


 


Einen Gute Nacht Gruß


Hallo noch mal
....



Ja, war das schön. So fing der Morgen doch direkt gut an. Eine liebe Nachricht, schön zu lesen, schenkte direkt gute Laune für den Tag. Gleich folgte dann ihre Antwort, es sprudelte ja förmlich aus ihr heraus, das zu erwidern, was er auch empfand. Schnell schrieb sie ihm, wie ihr Tagesplan aussehe, aber auch, welche Vorstellungen sie hatte, warum sie in diesem Forum war. Sie war sogar schon in der Lage, ihm ihre persönlichsten Dinge mitzuteilen. Ein eigenartiges Gefühl überfiel sie, eine völlige Vertrautheit zu diesem Fremden war wie selbstverständlich. Irgendetwas
Bekanntes spürte sie. Ja, ihr war, als hätte sie nach sehr langer Zeit einen alten Bekannten wiedergetroffen, konnte aufatmen, endlichvon ihm zu hören. Es war wie eine Erleichterung, aber auch Hoffnung, die aufkeimte.


Ruppert ging es ähnlich. Er schrieb von seinem bisherigen Leben, von dem Punkt, an dem er nun angekommen war, wo er darüber nachdachte, was fehl gelaufen war, wie er seinem Leben einen neuen Inhalt geben konnte, wie er anfing, sich endlich selbst wahrzunehmen und nicht nur
vor sich hin zu vegetieren. Es war ganz so, als würde er seine Gedanken in einem Tagebuch festhalten, so lasen sich seine Mails.
Sie war sehr gerührt über seine kultivierte Art, seinen Stil, seine Worte, die sie erreichten und die sie gut nachempfinden konnte, denn ihr ging es ja ähnlich.
Er war ein Mann von Format. Ein Lyriker unserer Zeit, mit Tiefsinnund Verstand, aber auch mit tiefem Vertrauen ihr gegenüber, obwohl sie sich erst wenige Stunden kannten. Sie teilten sich alles mit, was geradeso anstand, wo sie hinfuhren, was sie zu erledigen hatten. Stündlich kam eine Information und erwartungsvoll schauten sie immer wieder in dieses
Mailprogramm, um erneut Worte des anderen vorzufinden.
Sie ahnten zu diesem Zeitpunkt nicht, wie schleichend ihre Gefühle zueinander aufgebaut wurden. Es war schon etwas in der Luft, das spürte sie. Seine Bilder faszinierten sie wahnsinnig, sie musste sie immer wiederanschauen, vergrößerte sie und starrte sie stundenlang an, warum auch immer. Besonders ein Bild hatte es ihr angetan. Es zeigte nur sein Gesicht und diese stahlblauen Augen. Diese Augen waren ihr nicht unbekannt.
Sie hatte das Gefühl, dass sie sie sogar sehr gut kannte. Dieser Blick von ihm auf diesem Foto ging ihr durch und durch, machte sie nervös..........


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Anmerkung der Autorin:


Viel später, nach einer fesselnden Entwicklung zwischen den Beiden bekommen sie eine Rückschau präsentiert. Hier folgt nun der Anfang des ersten Teils dazu.



(Erste Rückschau)



Sie war einverstanden und so begann sie leise, nur für sie beide hörbar, aus diesem Buch zu lesen.


Es war Dezember 1908. In wenigen Tagen feierte man das Weihnachtsfest.
Mit Freuden nahm Veronique von Rheinbach die Einladung entgegen, die gerade im Hause der von Rheinbachs eintraf.
„Ruppert van Krüchten!", leise sprach sie diesen Namen aus. Er war derSohn einer bekannten Familie des Hauses und einer der größten Weinhändler von Coblenz. Sein Name war berühmt weit über die Grenzen hinaus. Gemeinsam mit seinem Vater Victor van Krüchten führte er diesen
Handel. Sie zählten zu den angesehensten Geschäftsleuten in Coblenz.
Brigitte von Rheinbach, Veroniques Mutter, verspürte eine innere Unruhe,
als sie diese Einladung entgegennahm und anschließend ihrem Ehegatten aushändigte. Dieser zog ein mißmutiges Gesicht und konnte diesem Ereignis
keine besonders große Begeisterung zollen.
Aber all dies störte Veronique nicht sonderlich, hatte sie doch schon so viel Interessantes von diesem Mann gehört. Ihre größte Sorge war, was manwohl Passendes zu solch einem Empfang trüge. Innerlich war sie sehr aufgewühlt. Warum, das konnte sie nicht so genau sagen.
Doch für die Familie derer von Rheinbach war dieser Empfang ein Ereignis,
welches von großer Handelswichtigkeit war. Veroniques Vater, Philipp von Rheinbach, war Großwinzer in Trier, konnte sich dieser Einladung deshalb auch nicht entziehen, denn schließlich war van Krüchten sein Weinhändler, der seine guten Weine in aller Welt handelte und das mit  viel Erfolg. Er würde dort mit vielen wichtigen Kunden und Persönlichkeiten, Ehrenbürger der Stadt Coblenz, unter anderem mit dem Freiherrn Clemens von Schorlemer-Lieser und Kommerzienrat Julius Wegeler, einem ehemaligen Stadtverordneten, zusammentreffen. Ihr Einfluß und
ihre Weiterempfehlung waren von großer Bedeutung.


Der Weihnachtstag rückte heran. Es war ein besonderer Gast geladen worden.
Es war Martin Reichenberg, auch ein Großwinzer. Er lebte in Cochem an der Mosel und war eine sehr gute Partie für Veronique. So jedenfalls hatte sich das Philipp von Rheinbach ausgedacht. Es war sein Wunsch, dass Veronique diesen Martin ehelichte, um dadurch noch mehr Reichtum und Ländereien, Weinberge und Weingüter zusammen zu führen.



Aber vor diesem Gedanken graute es Veronique. Sie konnte doch nicht mit einem Mann verehelicht werden, den sie nicht mochte, geschweige denn liebte.
Doch davon ließ sich Philipp von Rheinbach nicht beeinflussen, denn füri hn zählten Macht und Reichtum mehr als Liebe und Gefühle. Damit konnte er nichts anfangen.
Brigitte von Rheinbach hatte keinen großen Einfluß auf die Pläne ihres Mannes, fügte sich und schwieg, obwohl sie sah, wie unglücklich ihre Tochter war. Der Termin der Hochzeit von Veronique und Martin war auch schon festgelegt. Er sollte im Sommer des kommenden Jahres sein.
Veronique betete jeden Abend, daß irgendetwas geschehen solle, um dieses Ereignis von ihr abzuwenden. Sie wurde von Tag zu Tag verzweifelter.


Diesbezüglich düster fiel auch das Weihnachtsfest im Hause derer von Rheinbachs aus. Es herrschte eine sehr gedrückte Stimmung, insbesondereeine Zurückhaltung und Abweisung Veroniques gegenüber Martin.
Philipp von Rheinbach gefiel dies ganz und gar nicht, aber es gab Wege, seine Tochter zu zwingen, diesen Schritt zu gehen.
Er würde es ihr schon beibringen, was und wer sie war, würde ihr schon erklären, daß es für sie das Beste sei, Martin zu ehelichen. Aber es war noch Zeit bis dahin. Er hatte da auch schon einen ganz besonderen Plan imAuge. Wenn er diesen ausführte, war es Veronique unmöglich, dieser Eheaus dem Wege zu gehen.
Nach dem Jahreswechsel wurde die Unruhe in Veronique sehr groß.
Nun war endlich der Tag des Empfangs gekommen, man schrieb den 4. Januar 1909.
Sorgfältig hatte sie sich ihre Kleidung zurechtgelegt, wählte ein schwarzes, sehr hoch-geschlossenes Seidenkleid. Ihre schlanke Taille kam darin sehr gut zur Geltung. Ihr blondes Haar, welches sie offen trug, hob sich wunderbar ab von diesem edlen Schwarz. Ihre dunklen ausdrucksvollen Augen schauten erwartungsvoll in den Spiegel.



So würde sie heute Ruppert van Krüchten entgegentreten. Ihr war bewußt,
daß er von vielen Frauen umworben wurde, daß er eine gute Partief ür viele Damen der Gesellschaft war. Aber sie brauchte sich mit ihrem Aussehen nicht zu verstecken.
Das Automobil war bereits vorgefahren und man konnte die Fahrt nach Coblenz antreten.
Ihrem Vater war nicht sonderlich wohl, als er seine Tochter erblickte. Sie wirkte sehr zart und reizvoll, eine Augenweide für jeden Mann, das saher selbst und deshalb hatte er auch ein ungutes Gefühl. Am liebsten hätte er Veronique verboten, mit auf den Empfang zu gehen. Ihre Mutter war auf der Fahrt von Trier nach Coblenz schweigsam und sehr unruhig. Sie wäre am liebsten zu Hause geblieben.
Obwohl eine eisige Kälte vorherrschte, fühlte sich Veronique innerlich wohlig und gewärmt.


Gegen 17.00 Uhr traf man auf der Schloßstraße in Coblenz ein. Einige Automobile und viele Pferdekutschen fuhren vor und all die geladenenGäste wurden freundlich von einem Herrn in Empfang genommen undins Haus geführt.
Veronique folgte ihren Eltern. In der großen Eingangshalle versammeltensich die Geladenen.
Ruppert und Victor van Krüchten standen in der Mitte dieser Halle undbegrüßten alle Gäste persönlich. Als Veronique ihn endlich sah, es war zudem Zeitpunkt, als ihre Eltern schon von Victor van Krüchten entdecktund begrüßt wurden, überschlug sich ihr Herz.


Ihr schwindelte etwas und sie hatte das Gefühl, einer Ohnmacht nahe zu sein.
Er wandte seinen Kopf in ihre Richtung und sah sie unmittelbar an. Seine stahlblauen Augen verloren sich in den ihrigen. Sie konnten ihre Blicke nicht mehr voneinander lösen und eine Faszination breitete sich in ihnen aus.
Ruppert löste sich als erstes aus dieser Starre und seiner Bewunderung für diese Frau und ging auf sie zu. Mit zitternden Händen nahm er ihre rechte Hand und führte sie leicht an seine Lippen. Veronique ließ es geschehen, dabei wandte sie keinen Augenblick ihre Blicke von diesem stattlichen Mann. Sie fühlte sich in einen Bann gezogen und hauchte auch nur eine
leise Begrüßung.
Sie waren beide so voneinander angetan, daß sie nicht bemerkten, welche Aufmerksamkeit sie durch ihr Verhalten auf sich lenkten. Gespräche in ihrer Umgebung brachen ab, neugierige Blicke der anderen hafteten auf ihnen und leises Getuschel entstand.
Ihr Vater räusperte sich etwas verlegen und ihre Mutter sah aus, als wenn sie dem Leibhaftigen begegnet wäre. Entsetzt starrte sie auf diese Szene.
Doch Veronique und Ruppert waren so mit sich selber beschäftigt, daß sie all dieses nicht wahr nahmen.
Ruppert nahm den Arm von Veronique und führte sie in den großen Saal.
Immer wieder wanderten seine Blicke auf ihr Antlitz, immer wieder schaute er in ihre wunderschönen Augen, die ihn fesselten.
Veronique fand immer noch keine Worte. Sie ließ sich einfach führen, ohne zu überlegen, ob es sich schickte, einfach mit ihm zu gehen, ohne daß sie an ihre Eltern dachte, die sprachlos hinter ihnen herschauten.
Mittlerweile versammelten sich alle Gäste in diesem Saal und das Orchester spielte den Eröffnungswalzer.
Wie selbstverständlich nahm Ruppert wieder ihre Hand und führte sie auf das Parkett. Dort tanzten sie diesen Walzer. Ihre Blicke verloren sich ineinander.



Es gab zwei Menschen, die das mit Wohlwollen beobachteten. Zum Ersten war es Victor van Krüchten. Rupperts Vater machte sich schon seit längerem Gedanken darüber, warum sein Sohn immer sehr zurückhaltend der Damenwelt gegenüber war. Keine war ihm gut genug, keine hatte es bisher geschafft, seine Neugierde zu wecken, obwohl so manches reizende Fräulein Interesse an seiner Person bekundet hatte.
Zum Zweiten beglückte es Jutta-Ria von Noé, die das Geschehen aus der Entfernung aufmerksam verfolgte. Jutta, die liebevoll von Veronique Jule genannt wurde, war ihre beste Freundin. Ihr Bruder Peter war ein guter Freund von Ruppert und somit waren auch diese beiden hier auf dem Empfang geladen. Veroniques Eltern und die ihrigen verbrachten früher immer gemeinsam die Sommerfrische an der Ahr. Dadurch lernten sich die Kinder kennen und mögen und eine sehr tiefe Freundschaft der beiden Mädchen entstand. Jule war wenige Jahre älter als Veronique. Sie war eine bezaubernde Erscheinung. Klein und zierlich mit dunklem langem Haar, das weich und locker über ihre Schulter fiel. Ihre wunderschönen grünen Augen leuchteten wie edle Smaragde. Sie war ein liebenswerter herzlicher Mensch und die einzige Vertraute und Verbündete von Veronique.
Sie lebte in einer ansehnlichen Villa in der Georg-Kreuzberg-Straße inBad Neuenahr. Das Haus war gerade erst vor einigen Jahren erbaut worden und sie überlegte, da es sehr geräumig war, eine Pension daraus zumachen.
Ihr Bekanntenkreis war sehr groß und immer wieder kamen Anfragen für einen Aufenthalt bei ihr, da die Lage mit Blick auf den Fluß ideal waren und zur Erholung einluden.
Der Walzer hatte längst geendet, doch Veronique und Ruppert hielten sich immer noch in den Armen. Sie hatten Angst, daß der Zauber dieses Momentes aufhören würde, konnten sich nicht voneinander trennen.
Als das Orchester wieder neue Lieder anspielte, tanzten sie wie im Rausch weiter.
Sie spürte, daß sie sich hoffnungslos in ihn verliebt hatte, war gefangen von seinem Liebreiz, mochte ihn nie wieder loslassen. Der Tanz sollte nie zu Ende gehen.
Doch urplötzlich kamen in ihr Gedanken hoch, die diesen wunderbaren Gefühlen ein jähes Ende bereiteten. Wie sollte sie ihrem Vater erklären, daß es ihr unmöglich war, Martin zu heiraten? Er würde sich nicht darauf einlassen, wenn sie ihm mitteilte, daß sie einen anderen Mann liebe.
Ruppert bemerkte ihre Verstimmung und schaute sie besorgt an. Auch erspürte etwas in seinem Inneren, konnte es aber nicht deuten. Er spürte etwas, was ihm Unbehagen bereitete, fühlte eine Gefahr, ahnte, daß irgendetwas zwischen ihnen stand.


Später nahm Brigitte von Rheinbach ihre Tochter beiseite und ging mit ihr auf die Terrasse, um frische Luft zu schöpfen. Sie versuchte, auf Veronique einzureden, daß sie große Schwierigkeiten erwarten würde, wenn sie sich dem Willen ihres Vaters nicht beugen würde. Sie dürfe sich auf keinen Fall Hoffnungen machen, daß sie mit Ruppert eine Liaison aufbauen könne.
Veronique verstand ihre Mutter nicht, schaute sie ungläubig an. Wie konnte sie nur so reden, wo sie doch spürte, daß auch sie, ihre Mutter selbst, diesem Martin Reichenberg nicht wohlgesonnen war, wo sie doch wußte, daß man sie nur des Geldes wegen mit einem ihr ungeliebten Mann ver-


heiraten wollte. Sie sah, wie ihre Mutter zitterte, bei dem Gedanken, daß sie sich mit Ruppert vereinen würde.
Das alles beeinträchtigte die gesamte Stimmung des Abends.



Während Philipp von Rheinbach mürrisch in einer Ecke stand und auch nicht mit Victor van Krüchten ein vernünftiges Gespräch führen wollte, weil er hier eine Entwicklung sah, die ihm überhaupt nicht ins Konzept paßte, flatterte Brigitte von Rheinbach aufgeregt hin und her.
Nein, es gef iel ihm ganz und gar nicht. Infolge dessen wurde auch der Abschied schnell und kurz gehalten.
Ruppert hatte gerade noch die Möglichkeit, Veronique im Foyer zu sehen, ihr noch einmal kurz eine Nachricht zukommen lassen, die daraus bestand, ihr mitzuteilen, daß er sie wiedersehen müsse. Es würde einen Weg geben, davon sei er überzeugt.


Jule hatte Veronique kurz vorher noch einige Worte zuflüstern können, denn sie hatte erkannt, daß zwischen den beiden ein Funken der Liebe entzündet  war. Kurzerhand faßte sie einen Entschluß, würde eine Möglichkeit finden, daß sie sich wiedersehen konnten. Zumal sie Martin Reichenbach keine große Sympathie entgegenbrachte und die Tatsache, daß Veronique diesen Mann ehelichen sollte, beschäftigte sie seit Monaten so sehr, daß sie kaum an etwas Anderes mehr denken konnte, denn sie verabscheute Ungerechtigkeiten.
Beruhigt legte sie ihrer Freundin die Hand auf den Arm und sagte: „Veronique, verzweifle nicht, ich werde dir und Ruppert helfen. Ich werde einen Weg f inden, verlaß dich auf mich."
Diese Worte taten Veronique gut und sie vertraute ihr.
Und auch Ruppert bekam von Jutta aufmunternde Worte zu hören, er solle nicht verzagen, nicht verzweifeln, an das Gute glauben, auch wenn es momentan so ausweglos erschien. Doch er hatte genau gespürt, dass Veroniques Vater eine Abneigung gegen sein Tun und seinem heutigen Verhalten seiner Tochter gegenüber hatte.
Mit wehmütigem Blick verließ Veronique das Haus der Familie van Krüchten und auch Ruppert schaute traurig hinter ihr her.
Veronique litt Höllenqualen. Die allgemeine Stimmung im Hause derer von Rheinbachs war sehr zurückhaltend und es herrschte nur noch Schweigen. Philipp von Rheinbach dachte angestrengt über seinen Plan nach, damit endlich dieses Problem gelöst würde.


Der Plan, den er hatte, war weiß Gott nicht menschenwürdig. Er hatte selbst ein schlechtes Gewissen dabei, sah aber sonst keine andere Möglichkeit. Seine Tochter mußte unter allen Umständen diese Ehe mit Martin eingehen.
Seine Frau war verzweifelt, weil sie sah, wie Veronique litt, sie konnte ihr aber nicht helfen. Veronique versank in eine Depression, sah keinen Ausweg.
Ihre Sehnsucht nach Ruppert wurde von Tag zu Tag größer, der Schmerz zermürbte sie...........


 


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