Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Belletristik > Die verlorene Zeit
Belletristik Bücher
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Die verlorene Zeit, Marianne C. Kruse
Marianne C. Kruse

Die verlorene Zeit



Bewertung:
(6)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
245
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
http://www.k-und-w-buecher.de
Drucken Empfehlen

“Mein Auto ist jetzt meine Kirche, allerdings ohne Riete.” Das hatte Alison wohl laut zu sich selbst gesagt, als sie die Hand an dem vom Tau noch feuchten Türgriff des Wagens hatte. Einen Augenblick bleibt sie dann noch so stehen, um den Rotkehlchen zuzuhören, die an dem sonst so stillen Ort ihr Morgenliedchen trillern. Es ist ein Samstag im Juni. Frau Obermayer schläft wohl noch und Alison hatte ihr nicht erzählt, dass sie für einige Zeit nicht zu Hause sein wird, denn sie wusste es bis gestern Morgen selbst noch nicht. In den letzten Nächten hatte sie ewig im Bett gelegen und sich von einer Seite auf die andere gewälzt, nachdem Eric böse und ohne sich von ihr zu verabschieden einfach am Sonntagmorgen in der Frühe wieder zurück nach England gefahren ist. Deshalb ist sie auch gestern in der Pause zu ihrem Chef, Herrn Oberhaus, ins Büro gegangen und hat um ihren Jahresurlaub gebeten. Sie machte es dringend und erzählte ihm, ihre Mutter wäre erkrankt und sie müsse unbedingt nach Hause. Da Alison ihr letztes Projekt gerade beendet hatte, genehmigte ihr der Chef umgehend den Urlaub. Er merkte sofort, dass mit Alison etwas nicht in Ordnung ist. Er führte es aber auf die plötzliche Krankheit der Mutter zurück und freute sich, ihr so schnell behilflich sein zu können. So kann Alison nun heute ihren Urlaub antreten, obwohl sie noch nicht mal eine Idee hat, wohin sie fahren wird. Da sie aber unbedingt einen Tapetenwechsel benötigt, sagt sie sich: ”Zu Hause werde ich so langsam verrückt.” Auch im Büro konnte sie sich in der letzten Woche schon nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren. Ein Glück, dass sie die Konstruktion zuvor noch fertig stellen konnte, denn jetzt wäre sie zu keiner richtigen Überlegung mehr fähig. Eigentlich konnte sich Alison schon seit geraumer Zeit nicht mehr richtig konzentrieren und nicht gut schlafen. Es begann, als Eric vom Betrieb aus nach England musste. Zuerst hieß es, es würde für sechs Wochen sein. Aber nun sind es schon drei Monate und es ist nicht abzusehen, wann Eric wieder zurückkommen wird. Alle vier Wochen bekommt er ein verlängertes Wochenende als Heimaturlaub von der Firma bezahlt. Vier Wochen sind für Alison eine lange Zeit, wenn sie so alleine ist. Eric muss auch an den Samstagen arbeiten und so lohnt es kaum, wenn er Samstag am späten Abend kommen würde und dann am Sonntagnachmittag schon wieder weg müsste. Den Flug bekäme er auch nicht erstattet. Es ist also eine schwere Zeit für beide. Jeden Tag wird telefoniert, auch das geht ins Geld. Eric hatte schon oft den Vorschlag gemacht, nur noch zweimal in der Woche zu telefonieren, aber das hält Alison nicht aus. Ihre Rechnung ist also immer doppelt so hoch wie Erics. Wenn Eric ihr dann bei einem Telefonat erzählt, am kommenden Freitag gehen wir, also er, ein Kollege und eine Kollegin wieder in ein Musical oder zu irgendeiner Hausparty, dann ist Alison bedient. Sie bemitleidet sich selbst. “Ich sitze hier jeden Abend alleine und an den Wochenenden auch noch, womit habe ich das verdient. Eric geht mit Freunden aus.” Oft fragt sie sich, womöglich geht der Kollege gar nicht mit und Eric geht nur mit der Kollegin irgendwo hin und amüsiert sich mit ihr. Wenn Alison sich nach der Kollegin erkundigt, sagt Eric nur, mach dir doch keine Gedanken, die ist in festen Händen. Alison überlegt oft abends im Bett: “So, so, in festen Händen, wieso hat sie dann Zeit mit den Männern am Abend auszugehen? Nein, da stimmt doch etwas nicht.” So grübelt Alison schlaflos in ihrem Bett. Eines Nachts kommt sie dann zu dem Entschluss, am kommenden Wochenende schon morgens nach München zu fahren um sich einen schönen Tag zu machen. “Ich kaufe mir etwas Hübsches, leiste mir ein gutes Essen und danach gehe ich in einen schönen Film oder ins Theater.” Bei dem Gedanken geht es ihr gleich etwas besser und sie schläft endlich ruhig ein. Am nächsten Tag sitzt Alison wieder mit einem Buch auf dem ihr so lieb gewordenen Balkon. Sie kann sich aber auf die Zeilen nicht konzentrieren. Immer wieder schaut sie in die fernen Berge und denkt zurück an die schönen Stunden, die sie im letzten Sommer hier mit Eric verbracht hat. Oft sind sie nach Feierabend noch in der Natur gewesen und haben lange Spaziergänge unternommen. Aber nun alleine zu gehen, darauf hat sie wirklich keine Lust. Die fröhliche Frau Obermayer geht ihr auch auf den Nerv, dabei sucht Alison doch sehnlichst die Abwechslung. Sie weiß auch nicht so richtig, was sie will. Sie weiß nur eins, sie will ihren Eric. Im letzten Jahr hatte Alison die Ruhe noch so geschätzt, jetzt würde sie etwas dafür geben, wenn nicht ringsumher diese Stille wäre. Sie hat einfach Sehnsucht nach ein paar liebe Worte von Eric. Heute ruft Eric sicher nicht mehr an, gestern hatten sie lange miteinander gesprochen und er hatte verlauten lassen, dass es sicher heute wieder einen langen Tag für ihn geben würde. Trotzdem kann Alison nicht anders, sie muss einfach seine Telefonnummer wählen. Einige Zeit dauert es, bis er das Gespräch annimmt. Eric ist erstaunt Alison zu hören und erkundigt sich sofort: “Gibt es etwas Wichtiges?” Als Alison darauf antwortet: ”Nein, ich wollte eben nur mal so mit dir reden”, ist Eric verwundert. Er erzählt ihr dann aber, dass er bis vor etwa 20 Minuten noch gearbeitet hat und nun in einer kleinen Bar mit den beiden Kollegen hier zum Abendessen sitzt. Alison wünscht nur noch “Na, dann mal guten Appetit und bis morgen” und beendet schnell das Gespräch. Ihre Gedanken wandern wieder einmal zu Eric und der Kollegin, die doch eigentlich in festen Händen sein sollte, wie Eric so sagt. Alison hatte vor, ihrem Eric zu erzählen, dass sie morgen nach München fahren will und dort einen ganzen Tag verbringen wird, aber es hörte sich nicht so an, als wäre Eric daran interessiert. Aus diesem Grund erwähnte sie auch nichts weiter. Nachdenklich geht sie in die Wohnung zurück. Damit sie morgen bei Zeiten fahren kann, wäscht sie sich noch das Haar und inspiziert den Kleiderschrank, was sie für die Stadt so anziehen könnte. Sie will sich besonders hübsch machen, denn eventuell geht sie ja tatsächlich noch abends ins Theater. Der Samstag ist wirklich ein wunderbarer Sommertag. Alison ist, wie sie es sich vorgenommen hat, schon bei Zeiten in der Stadt. Das Auto hat sie vor der Stadt abgestellt und ist das letzte Stück mit der Trambahn gefahren. Nun sitzt sie in einem kleinen gemütlichen Kaffee und lässt sich verwöhnen. Es sitzen einige junge Leute am Nebentisch, sicher Studenten, sie erzählen von einer Aufführung, die sie gestern in der Oper sahen. Alison schaut ab und an zu den Leuten hinüber und lauscht dem Gespräch. Plötzlich kommt ein junger Mann zu ihr an den Tisch und fragt, ob sie sich nicht zu ihnen setzen wolle, denn so ganz allein schmeckt es doch nicht. Alison ist erschrocken und fühlt sich ertappt. Der junge Mann bemerkt ihre Verlegenheit und lacht. Alison entschuldigt sich mit den Worten, sie müsse gleich gehen, sie hätte eine Verabredung. Dann winkt sie die Bedienung heran, bezahlt und geht, indem sie den jungen Leuten noch ein “Grüß Gott” wünscht. Sie bummelt langsam durch die Stadt, da sie ja alle Zeit hat. Sie schaut hier in ein Schaufenster und mal dort. Dann besucht Alison ein schönes großes Kaufhaus und fährt gleich mit dem Fahrstuhl bis in die oberste Etage, dort kann sie in Ruhe schauen und überlegen, was sie so benötigt. Wenn sie wieder unten angekommen ist, hat sie sicher einige volle Taschen zu tragen. “Ach, nun bin ich doch tatsächlich bis ganz nach oben gefahren, so weit wollte ich doch gar nicht”, stellt sie fest, denn als sich die Fahrstuhltür öffnet, steht sie in der Cafeteria. Dann sagt sie sich aber, “okay, trinke ich zu Anfang eben mal einen Latte Macchiato und dann kann ich munter und gestärkt meine Runde machen.” Kaum sitzt sie an einem kleinen Tischchen mit ihrem Glas, wird sie von hinten mit den Worten “Na meine Schöne, nun haben sie wohl doch etwas Zeit”, angesprochen. Verwundert dreht sich Alison um und erkennt den jungen Mann aus der Gruppe von heute Morgen aus dem Cafe. Sofort setzt er sich mit seinem Espresso ohne zu fragen zu Alison an das Tischchen. Er erzählt, dass er für seine Schwester zum Geburtstag ein Geschenk sucht, aber überhaupt nicht die leiseste Ahnung hätte, was es sein soll. Er spricht ganz unbefangen, als wenn er Alison schon eine Ewigkeit kennen würde. Dann sagt er: “Ich denke, du kannst mir doch sicher helfen.” Das ist keine Frage von ihm, sondern direkt eine Aufforderung. Alison ist im Moment etwas unschlüssig, was soll sie tun? Der junge Mann, er stellt sich mit Ingo vor, lässt sich aber nicht so leicht abschütteln und bittet dann noch mal: “Ach sei nicht so, wir könnten doch zusammen durch das Kaufhaus gehen und etwas Schönes aussuchen. Sag doch Ja, aber zuvor wüsste ich auch gerne deinen Namen.” “Nun ja“, sagt Alison, “und im Übrigen, ich bin Alison, aber alle nennen mich einfach Alis.” “Oh Alison, das ist ein hübscher Name, der passt zu dir und nun können wir ja anfangen und unseren Tag gemeinsam mit dem Einkaufen verbringen.” “Na Moment mal Ingo, davon war aber bisher noch nicht die Rede, dass wir unseren Tag von jetzt an gemeinsam verbringen werden.” “Ach Alison, du gefällst mir, leg doch nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage, wir müssen ja nicht sofort unseren Tagesablauf bestimmen, warten wir es doch erst einmal ab.” Schon nimmt er Alison an die Hand und steuert den Fahrstuhl an. Alison kann oder will sich nun auch gar nicht mehr wehren. Wie lange hatte sie so ein Gefühl einfach so bei der Hand genommen zu werden nicht mehr gehabt. Ihr wird auf einem Mal so beschwingt und leicht ums Herz. Ganz kurz denkt sie an Eric, aber tatsächlich nur ganz kurz. Sie hat auf gar keinen Fall ein schlechtes Gewissen. Wer weiß, womöglich läuft er mit seiner Arbeitskollegin, die doch in den festen Händen ist, genau so durch London. Der Fahrstuhl bringt Alison und Ingo gleich bis ins Erdgeschoss und Ingo steuert sofort den Ausgang an. Alison lässt alles mit sich geschehen. Sie gehen ohne ein einziges Wort zu sagen bis zur Trambahnhaltestelle. Dort erkundigt sich Alison allerdings, wo es denn nun hingehen soll. In diesem Moment kommt die Bahn auch schon und Ingo schiebt Alison hinein. Er zahlt die Tickets und zieht Alison zu sich auf die Bank. Sie sieht ihn immer noch verständnislos an. Ingo muss lachen und er sagt: ”Mädchen, schau doch nicht so, bei dem schönen Wetter werden wir unsere Freizeit doch nicht in einem überfüllten Kaufhaus verbringen, wir fahren in den Englischen Garten, wo könnte man seine Zeit denn sonst noch schöner verbringen.” Nun muss auch Alison lachen, tatsächlich, da hat Ingo schon Recht. Das Kaufhaus war schließlich für sie auch nur eine Ablenkung. Natürlich ist es bei dem Wetter im Englischen Garten viel schöner, allerdings auch nur zu zweit. Ingo hält immer noch ihre Hand und sie lässt es geschehen und genießt es. Bis zur Haltestelle sprechen beide nun kein einziges Wort mehr, nur anschauen tun sie sich immer wieder. Nach kurzer Zeit kommen sie an der Haltestelle an. Ein Eiswagen steht genau davor. Ingo hält inne und schaut auf die Tafel mit den Eissorten. “Na, wie wäre es mit einer kleinen Erfrischung?” “Au ja, ein Erdbeereis wäre jetzt ganz toll. Ingo, darf ich dir auch ein Eis spendieren?” Ingo ist einverstanden und nimmt ein Stracciatellaeis. Alison bezahlt und beide schlecken nun in aller Gemütlichkeit ihre Erfrischung. Dabei steuert Ingo den Pavillon an. Dort auf dem Rasen sitzen zwei Musikanten und lassen liebliche Melodien in den Vormittag klingen. Einige junge Leute haben sich hier schon versammelt, um der Musik zu lauschen. Ingo führt Alison etwas abseits und auch sie lassen sich im Gras nieder. “Ach, ist das ein Lüftchen hier“, sagt Alison und atmet immer wieder langsam und tief durch. Es weht ein ganz lauwarmer Wind, dazu die schöne Musik. So jung und sorglos glücklich hat sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Sie dreht sich zu Ingo und sagt: “Meine Güte, ist das ein schöner Vormittag, von mir aus könnte die Uhr stehen bleiben und die Zeit brauchte nicht weiter zu gehen.” Ingo gefallen Alisons Gedanken und antwortet: “Mit so einer schönen Frau könnte ich auch tagelang hier sitzen bleiben”, dabei streichelt er ihr wieder die Hand. Nach einer guten Stunde packen die Musikanten ihre Instrumente zusammen und verlassen den Platz. Viele der jungen Leute erheben sich nun ebenfalls und gehen. Es ist Mittagszeit. Bald sitzen Ingo und Alison ganz alleine am Pavillon. Alison schaut in den Himmel und überdenkt dabei ihre seltsame Situation. Ein Weilchen wird sie von Ingo beobachtet, dann fragt er ganz unerwartet: “Alison, woran denkst du und was hattest du eigentlich heute noch vor? Sag doch mal was.” Alison streicht ihren leichten bunten Rock glatt, der vom Wind etwas aufgebauscht ist und wendet sich nun Ingo mit den Worten zu: “Ja, ich werde es dir ganz genau sagen. Ich hatte heute vor, den Samstag hier in München so angenehm wie möglich zu verbringen, weil ich nicht noch ein Wochenende alleine zu Hause sitzen wollte und für den Abend hatte ich mir einen Kino- oder einen Theaterbesuch gedacht.” Jetzt fragt Ingo interessiert: “Was heißt noch mal ein Wochenende allein zu Hause verbringen?” Es gefällt Alison eigentlich nicht, so über sich und Eric zu sprechen, aber nun muss sie Ingo wohl doch eine Antwort geben. Sie erklärt ihm kurz ihre augenblickliche Situation, dass sie schon drei Jahre mit ihrem Eric liiert ist und sie in einem Vorort von München zusammen leben. Leider ist ihr Eric augenblicklich und zwar schon seit drei Monaten von der Firma aus in England stationiert. Da er nur alle vier Wochen eine Heimreise bekommt und außerdem viele Überstunden machen muss, sagt sie “fühle ich mich verlassen und allein. Nun bist du enttäuscht was?” Ingo ist keinesfalls enttäuscht, er hatte sich schon etwas Ähnliches gedacht, so ein Mädchen kann doch nicht alleine sein. Aus diesem Grund sagt er: “Na gut, ich hatte ja die Hoffnung aus uns könnte etwas mehr werden, aber ich will dich schließlich nicht zwingen deinen Eric zu verlassen. Nun, dann lass uns wenigstens heute noch den Tag in allen Zügen genießen. Aber trotzdem hoffe ich, wenn wir heute Abend auseinander gehen, dass es nicht für immer ist. Irgendwie meine ich, es war Bestimmung dass wir uns heute getroffen haben.” Alison ist froh, dass Ingo nicht enttäuscht ist und nicht gleich aufsteht und davon läuft. Nun geht es ihr, ohne ein schlechtes Gewissen Eric gegenüber zu haben, viel besser und sie lacht Ingo an. Ingo schlägt nach einem Weilchen vor: “Es ist Mittagszeit, wir könnten doch an einer Stehbude eine Kleinigkeit essen oder wir können auch ins Kaufhaus gehen und im Restaurant ein Mittagessen einnehmen. Dort esse ich oft, denn das Essen ist immer gut und auch recht preiswert. Ich muss leider immer schauen, wo ich günstig etwas bekomme, denn wie das bei Studenten fast immer so ist, bin ich oft sehr knapp bei Kasse.” Hatte Alison also doch richtig getippt mit Student. Er erzählt ihr nun, dass er im fünfen Semester Germanistik studiert. Danach eine Zeitlang nach Frankreich als Deutschlehrer gehen will und nebenher noch französisch studieren möchte. ”Na, dann hast du ja noch einige Zeit zu tun mit deiner Studiererei.” “Ja schon, aber dafür stehen mir die Wege als Journalist dann auch offen. Und wenn ich in Frankreich als Lehrer arbeite, verdiene ich ja auch schon. Aber nun zu meiner Frage. Wollen wir nun ins Kaufhausrestaurant gehen oder bleiben wir bei dem Vorschlag mit der Stehbude?” “Okay Ingo, gehen wir ins Kaufhaus, dort ist es auch schön kühl und wir können uns gut ausruhen, ehe wir den Nachmittag in Angriff nehmen.” “Gut Alison, aber du tust ja gerade so, als wenn du schon genau wüsstest, was du am Nachmittag für Pläne hast. Was hattest du dir denn für den Nachmittag vorgenommen?” “Na, ich wollte mir doch etwas Schönes kaufen und du wolltest für deine Schwester auch noch ein Geschenk besorgen.” “Nein Alison, das meinst du doch nicht wirklich oder?” “Ach quatsch, war nur Spaß von mir, bei dem schönen Wetter bleibe ich lieber bis zum Abend draußen an der Luft. Ich würde gerne mal wieder einen Gang an der Isar entlang machen.” “Okay, dann essen wir erst eine Kleinigkeit und danach fahren wir mit der Trambahn zum Isarufer und lustwandeln dort bis zum Abend, abgemacht?” So fahren sie also wieder zurück in die Stadt und essen. Alison ist überrascht und muss zugeben, das Essen im Kaufhausrestaurant ist nicht schlecht, noch zumal für den Preis. Jeder bezahlt sein Essen wieder selbst, auch nach dem Essen noch den Espresso. Dann nimmt Ingo wieder Alisons Hand und führt sie aus dem Kaufhaus zur Bushaltestelle. Auf den Bus müssen sie nun allerdings noch einige Zeit warten und als er endlich kommt, ist er ziemlich voll. Es ist Samstagnachmittag und viele Münchner wollen nun hinaus in die Natur und wohin fährt man da? Natürlich an das Isarufer. Der Bus wird an jeder Haltestelle etwas voller, es steigen immer wieder Leute zu, aber kaum einer steigt aus. Alison ist richtig eingezwängt und steht nun ganz dich an Ingo gedrückt. Ihr wird es heiß und kalt zugleich. Dann legt auch Ingo noch seinen Arm um ihre Taille, aber sie kann sich aus der Umklammerung nicht frei machen. Endlich haben sie ihre Haltestelle erreicht und sind somit am Isarufer angekommen. Alison ist froh, nun wieder der Enge und der Umklammerung zu entkommen. Doch dann will Ingo wieder den Arm um Alison legen, aber sie fasst ihn bei der Hand und sagt: “So ist’s besser, mir ist es so schon zu warm.” “Ist gut, du hast ja Recht, deine schöne weiche Hand zu halten reicht mir im Augenblick ja auch schon aus.” Es sind viele Leute am Ufer, einige haben sich sogar eine Decke mitgebracht und sitzen oder liegen nun unter den Bäumen. Aber je weiter Ingo und Alison gehen, desto weniger Menschen treffen sie an. Dann setzen sie sich an einen schönen schattigen Platz. Ingo drückt Alison nun wieder an sich, aber sie meint: ”Ach Ingo, lass das doch jetzt lieber, es ist schon so heiß”, und sie befreit sich dabei aus seiner Umarmung. “Na ja, ist ja gut, aber du bist so schön weich, ich fasse dich doch so gerne an.” “Also Ingo, fang doch nicht schon wieder so an, wir wollen doch nur Freunde sein.” “Ja Alison, aber das fällt mir doch recht schwer. Deinem Eric geht doch sicher nichts verloren, wenn ich dich mal etwas drücke, der wird sicher auch nicht gleich die Augen schließen, wenn er ein schönes Mädchen sieht.” “Nö, das bestimmt nicht, denn er erzählt immer, ein Kollege, eine Kollegin und er gehen des Öfteren am Abend aus. Allerdings soll die Kollegin in festen Händen sein, aber wie findest du das?” “Ich muss ehrlich sagen, das finde ich gut, dann musst du nun wenigstens kein schlechtes Gewissen haben, um auch mal mit mir einige schöne Stunden in aller Freundschaft zu verbringen.” “Also gut, in aller Freundschaft, dann aber auch nicht mehr.” “Also Alison, bin ich dir denn irgendwie schon zu nahe gekommen?” fragt Ingo lachend, dabei drückt er sie wieder eng an sich und gibt ihr einen …….


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



Sponsoren

© 2008 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!
suchbuch.de wird unterstützt von loadplanet.de


ExecutionTime: 6 secs