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Belletristik
Buch Leseprobe Der Hund, Stefan Lamboury
Stefan Lamboury

Der Hund


Creppypasta

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Er kam vor sechs Wochen zu uns, Whisky nannten wir ihn. Whisky war ein schwarzer Labrador, er war uns zugelaufen, er trug kein Halsband, er war einfach da. Zuerst wollten wir, dass er verschwindet, ständig heulte und bellte er die ganze Nacht hindurch vor meinem Fenster. Ich beobachtete ihn, wenn ich zur Schule ging seinen braunen Augen schienen jede meiner Bewegungen zu beobachten. Wenn ich aufs Fahrrad stieg lief er mir ein wenig hinterher bis er sich irgendwann wieder umdrehte und zu mir nach Hause lief. Was wollte der Hund bei uns? Mein Bruder Josef fütterte ihn ab und zu mit Heißwurst oder übriggebliebenen Knochen vom Mittagessen. Er stellte ihm sogar eine Schüssel mit Wasser hin, falls er Durst bekam. Er mochte den Hund. Wir gaben eine Anzeige in der Wochenpost und in der Münsterlandzeitung auf, dass uns ein Labrador zugelaufen war, aber niemand meldete sich. Ich sah wie er nach der Schule mit dem Hund draußen spielte. Josef warf Stöckchen oder einen rosafarbenen Ball über die Wiese, der Hund rannte los, schnappte sich den Gegenstand und legte ihn Josef vor die Füße. Mein Bruder hob ihn auf und warf ihn erneut ins Gras. Mein Vater ging mit dem Hund zum Tierarzt um ihn untersuchen und impfen zu lassen, dann meldete er ihn der Behörde. Whisky wurde gechippt und bekam eine Hundemarke. Meine Eltern stellten nur eine Bedingung, wir Kinder sollten uns darum kümmern, dass der Hund regelmäßig genügend Auslauf bekam und dass wir uns darum kümmerten ihm täglich Futter und frisches Wasser zu geben. Wir holten eine alte Decke aus dem Keller, die wir ins Wohnzimmer legten, damit Whisky auch einen Schlafplatz hatte. Das Futter mussten wir von unserem Taschengeld kaufen. Mein Bruder und ich trugen einmal die Woche Zeitung aus, sodass wir uns die Kosten für Futter und Spielzeug teilen konnten. Außerdem gingen wir mit ihm einmal die Woche zur Hundeschule. Die Kosten für die Hundeschule wurde von unserer Patentante übernommen. Meine Eltern zahlten die Hundesteuer und die Haftpflichtsicherung. Whisky lernte schnell die Kommandos, bei Fuß, platz, Sitz und komm. Whisky war ein richtiges Energiebündel. Wir gingen mit dem Hund zum Tierarzt, ließen ihn untersuchen und impfen. Der Hund war absolut gesund. Nur im Umgang mit anderen Hunden musste man vorsichtig sein. Es gab Hunde mit denen sich der Labrador bestens verstand, was überwiegend auf Rüden zutraf. Bei Hündinnen konnte es da schon mal etwas Stress geben. Mein Bruder und ich gingen meistens den kleinen Pfad der hinter unserem Haus angelegt war mit dem Hund. Auf diesem Pfad konnten wir Whisky ohne Leine laufen lassen. Rechts und links befanden sich Fichten, Kiefern und Tannen. Wacholder und giftiger Fingerhut schossen aus dem Boden empor. Ich sah einen Specht, der mit seinem Schnabel gegen den Stamm einer Kiefer pochte, auf der Suche nach einem Leckerbissen. Whisky rannte den Pfad hinauf und wieder hinab, er sprang über Äste die auf dem Boden lagen und wälzt sich in einer Schlammpfütze und kam Schwanz wedelnd wieder zu mir zurück. Ich suchte mir einen großen Ast und warf ihn so weit ich konnte. Der Hund jagte dem Stock hinter her und brachte ihn zu mir zurück. Er legte den Stock vor mir auf den Boden, setzte sich und begann zu jaulen. Ich nahm den Ast vom Boden auf und kraulte ihm kurz unterm Kinn, dann warf den Ast abermals in den Wald hinein.Der Labrador sprang auf um ihn mir wiederzubringen. Wir kamen an einem kleinen Teich vorbei, auf dem ein paar Enten schwammen. Whisky stürmte in den See, scheuchte Enten auf und schnappte spielerisch nach ihnen. Überhaupt schien der Hund keinen großen Jagdtrieb zu besitzen. Selbst bei Rehen und Kaninchen verspürte er nicht den Drang ihnen hinter her zu jagen, sondern ehre mit ihnen zu spielen. Völlig durchnässt kam Whisky zu mir zurück und schüttelte sich. Ich wich ein paar Schritte zurück und sagte: „Whisky aus!“


 


Er hörte augenblicklich auf. Ein junge Frau kam uns entgegen, sie hatte ebenfalls einen Labrador an der Leine. Ich packte meinen Hund am Halti und befestigte ihn an der Leine.


 


„Guten Tag, machen Sie Ihren Hund ruhig los, dann können sie gemeinsam spielen.Ist das ein Weibchen oder ein Rüde?“, sagte die Frau.


 


„Ein Rüde? Und Ihrer?“


 


„Ein Weibchen, aber keine Sorge im Moment ist sie nicht läufig.“


 


Wir gingen auf einander zu, damit sich die Hunde erst einmal beschnuppern konnten. Sie gaben ein kurzes Bellen von sich und fingen an der Leine herumzuspringen. Wir lösten unsere Tiere und sie schossen ins Unterholz. Sie jagten sich spielerisch gegenseitig, sprangen sich an und wälzten sich vergnügt im Schlamm.


 


„Wie alt ist Ihr Hund?“, fragte ich die Dame.


 


„Sie ist drei.“


 


„War sie auch in der Hundeschule?“


 


„Aber natürlich.“


 


„Wie heißt Ihr Hund?“


 


„Emma.“


 


„Meiner heißt Whisky.“


 


Die Frau grinste.


 


„Whisky, hm.“


 


„Bei meinem Hund weiß ich gar nicht wie alt er ist, er ist mir zu gelaufen, er trug kein Halsband und keine Hundemarke. Ich konnte den Besitzer leider nicht ausfindig machen und ins Tierheim wollte ich den Hund auch nicht geben.“


 


„Ist ja ein schönes Tier und so gut verträglich mit anderen Hunden.“, sagte sie.


 


„Er bellt noch nicht einmal, wenn jemand das Haus betritt. Ich pflege immer zu sagen, er würde einem Einbrecher noch die Tür öffnen.“


 


Die Frau grinste und zog eine Tüte mit Leckerlis aus der Tasche. Whisky schoss auf die Frau zu und sprang sie an. Dann legte er die Ohren zurück, neigte seinen Schwanz in einem 180 Grad Winkel und fletschte die Zähne.


 


Die Frau wich zurück.


 


„Whisky aus!“, rief ich.


 


Keine Reaktion.


 


Emma sprang meinen Hund an und fletschte mit den Zähen. Ein tiefes Knurren entwich ihrer Kehle. Ich rannte auf die beiden Hunde zu. Eine Jaulen war zu hören, ich wusste nicht, ob es Emma oder Whisky war der gebissen worden war. Als die Frau und ich unsere Hunde voneinander trennten, sah ich dass Emma blutete.


 


Die Frau zitterte.



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