Lita erwachte irgendwo in einem dunklen Keller. Sie war noch immer benommen und der Geruch von Chloroform benebelte ihre Sinne. "Wie bin ich nur hier hergekommen?", fragte sie sich. Sie konnte sich an nichts mehr erinnern. Lita versuchte ihre Arme zu bewegen, doch man hatte ihr die Hände auf den Rücken gefesselt. Um ihren Hals war ein Stachelhalsband angebracht, von diesem verlief eine Kette, die an einem Heizungsrohr befestigt war. Ein Geschmack von Stoff durchzog ihren Mund, man hatte ihr einen Knebel zwischen die Kauleiste gesteckt, so dass es ihr unmöglich war, sich bemerkbar zu machen. Lita ließ einen Blick durch den Raum gleiten, es war ein Kellergewölbe, daran bestand kein Zweifel. Der Raum war gerade mal fünf Quadratmeter groß, an Gegenständen enthielt er nichts. Nicht mal eine Matratze lag auf dem Steinboden, um ihr die Gefangenschaft ein wenig angenehmer zu machen. Wankend kam Lita auf die Beine und stolperte in Richtung Tür, wobei ihre Fußketten rasselten. Erschrocken sah sie nach unten, bisher hatte sie die Ketten an ihren Füßen noch nicht registriert. "Ich muss zur Tür kommen, bitte lieber Gott, lass mich bitte bis zur Tür kommen!", dachte sie. Ihr Versuch schlug fehl, Lita kam gerade mal bis zur Mitte des Raumes, mehr Spielraum erlaubten ihr die Fesseln nicht. Sie setzte sich wieder. "Irgendwann musste ja jemand vorbeikommen, oder will man mich hier verhungern lassen? Was ist das nur für ein Mensch, der einer Frau so etwas antut und vor allen Dingen was will er von mir?", diese Fragen beschäftigten Lita die ganze Zeit. Plötzlich vernahm Lita Schritte, irgendjemand schien zu kommen. Kurz darauf hörte sie wie jemand einen Schlüssel in die Tür steckte. Die Tür ging auf und ein großer Mann trat in den Raum. Im ersten Moment konnte sie ihn nicht erkennen, da es in dem Gewölbe zu finster war. Der Mann schaltete das Licht ein und schritt auf seine Gefangene zu. Der Kerl trug braunes krauses Haar, seine verblichene Jeans schlabberte bei jeder Bewegung. Lita erkannte den Kerl sofort, es war ihr Ex-Mann Heiner, vor zwei Jahren hatten sie sich nach einer Theatervorstellung kennen gelernt. Er war charmant gewesen und verstand es ihr Komplimente zu machen. Er hatte sie einfach angesprochen und zu einem Drink eingeladen. Es war ein gelungener Abend gewesen. Einer ihrer schönsten Momente. Nachdem Dinner hatten sie ihre Adressen ausgetauscht, er hatte sie gefragt, ob er sie mal anrufen dürfte und sie hatte dagegen nichts einzuwenden. Ein halbes Jahr nachdem sie Heiner kennen gelernt hatte, waren sie zusammengezogen. Anfangs war er auch noch aufmerksam gewesen, half im Haushalt, brachte ihr Blumen mit und allerlei andere Kleinigkeiten. Das Glück schien geradezu perfekt zu sein. Damals war er Versicherungsvertreter, doch nachdem sie ein halbes Jahr zusammen waren, veränderte sich Heiner schlagartig. Er wurde eifersüchtig, verbot ihr mit Freunden wegzugehen, sperrte sie ein und fing an sie zu schlagen, wenn sie nicht das tat, was er verlangte. Einmal hatte er sie so zusammengeschlagen, dass sie für drei Tage in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Ärzte hatten Lita auf die Misshandlungen angesprochen, doch sie hatte einfach nur gesagt, sie wäre die Treppe heruntergefallen, was ihr die Ärzte natürlich nicht abnahmen. Immer wieder hatte sie Entschuldigungen für Heiner gesucht und sich eingeredet, dass es an ihr lag, dass ihr Mann so brutal war. Doch noch schlimmer als die Schläge waren die Nächte gewesen. Immer wieder hatte er sie geweckt, um sich das zu holen, was er sein eheliches Recht nannte. Und wenn sie es nicht wollte, hatte er sich es einfach genommen. Nach außen hin hatten sie immer das glückliche Ehepaar gespielt. Die blauen Augen hatte Lita immer mit Make-up verdeckt, oder mit einer Sonnenbrille. Anderthalb Jahre lang hatte sie es mit Heiner ausgehalten, anderthalb Jahre lang hatte sie sich schlagen und vergewaltigen lassen. Dann war sie ausgezogen, zuerst hatte sie bei einer Freundin gewohnt, sie war die erste, der Lita sich anvertraut hatte. Ihre Freundin hatte ihr in dieser Zeit beigestanden, ohne sie hätte Lita es wahrscheinlich nie geschafft, von Heiner loszukommen. Sie dachte, es wäre vorbei, aber nachdem Lita in eine eigene Wohnung gezogen war, lauerte Heiner ihr auf immer und immer wieder er rief sie an, schickte ihr Briefe, Blumen usw. Er hatte noch nicht einmal davor zurückgeschreckt, bei ihr vor der Haustür aufzutauchen. Zwar schaffte sie es gegen ihren Ex-Mann eine richterliche Verfügung zu erwirken, die Heiner es erlaubte, ihr nicht näher als 200 Schritte zu kommen, aber gehalten hatte er sich daran nie. Wie oft hatte sie die Polizei gerufen? 20 oder 30-mal? Sie konnte es nicht mehr zählen. Und immer hieß es, solange er ihr keine körperliche Gewalt antue, könnten sie nichts unternehmen.
Langsam kehrten Litas Erinnerungen zurück. Sie hatte den gestrigen Abend mit einer Freundin im Kino verbracht. Nach der Vorstellung verabschiedete sie sich von ihrer Freundin. Auf dem Weg nach Hause fiel ihr auf, dass sie von einem Wagen verfolgt wurde. Sie steigerte ihr Tempo, das Herz klopfte ihr bis zum Halse. Plötzlich öffnete sich die Tür des Wagens und sie wurde ins Auto gezerrt. Sie versuchte sich zu wehren, doch der Kerl war zu kräftig für sie. Das Letzte, woran sie sich erinnern konnte, war, dass jemand ihr ein Taschentuch mit Chloroform ins Gesicht drückte, woraufhin ihr die Sinne schwanden. "Na du kleine Hure, jetzt wirst du bezahlen, für alles was du mir angetan hast", zischte Heiner, wobei er auf Lita zukam. Lita wich zurück, sie zitterte am ganzen Körper, doch schon bald war sie an der Mauer angekommen. Die Augen hatte sie weit aufgerissen, als sie sah, wie ihr Ex näher kam. Er hatte seinen Arm erhoben, der Gürtel schwang bei jedem Schritt bedrohlich hin und her. Er sah aus wie ein Raubtier, welches sich zum Sprung bereit machte, um seine Beute niederzureißen. Kurz darauf sauste der Gürtel auf Lita nieder, die Schnalle traf sie mitten ins Gesicht. Ihre Haut, die gerade eben noch kreidebleich, war jetzt mit roten Striemen verziert. Ein Schmerzenslaut entfuhr ihrer Kehle. Dann packte ihr Peiniger sie an den Haaren, nahm ein Messer aus der Tasche, setze es ihr an die Kehle und sagte: "Du tust genau das was ich dir sage, hast du verstanden?" In Litas Kopf schossen tausend Gedanken hin und her, sie musste schlucken. Als Lita nicht gleich antwortete, bekam Heiner einen Wutanfall und schrie: "Ob du mích verstanden hast, du Hure? Antworte gefälligst!" Sie nickte, daraufhin erwiderte Heiner: "Ich werde dir gleich die Hand- und Fußschellen abnehmen und du wirst dich entkleiden, klar? Wag es ja nicht, irgendwelche Zicken zu machen." Lita schluckte, als Heiner ihr die Fesseln löste. Von dem Stachelhalsband und dem Knebel wurde sie jedoch nicht befreit. Lita fing an, ihre Handgelenke zu massieren und kreiste mit den Schultern, da durch die Fesselung ihre Gelenke ganz steif waren. "Ich sagte, du sollst dich entkleiden und keine Turnübungen machen “, donnerte ihr Ex sie an. Gleichzeitig sauste der Gürtel erneut auf sie herab. Lita stöhnte auf, sie zitterte wie Espenlaub, dann fing sie langsam an, ihre Bluse aufzuknöpfen. Ihr Peiniger lechzte, schnalzte mit der Zunge, Lita konnte seine Gier geradezu spüren. Als sie das Kleidungsstück zu Boden fallen ließ, erhielt sie erneut einen Hieb mitten ins Gesicht. "Wirf es zu mir rüber, na los du dreckige Schlampe!", schrie er. Litas Augen füllten sich mit Tränen, zitternd hob sie ihre Bluse vom Boden auf und warf sie ihrem Peiniger zu. Heiner fing sie auf, hielt sie sich vors Gesicht und schnüffelte daran, wie ein Raubtier, welches seine Beute witterte. "Jetzt die Hose runter, na los mach schon!" Lita öffnete ihre Jeans und ließ sie an ihrem Körper hinunter gleiten.
Empfehlungen
- Zeitgenössische Literaturbei der Marine
- ReiseOffroad
- ReiseAls Expat in China
- Zeitgenössische LiteraturGänseblümchen
- WirtschaftMöglichkeiten und Grenzen der Einfü...
|
Zum Werk:
Lita wird von ihrem Exmann entführt zu spät bemerkt sie, dass er mit ihr ein grauenvolles Spiel treibt.
Hanna ist wegen Verbrechen in der NS Zeit zu lebenslanger Haft verurteilt worden, als sie unerwartet wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden soll, fasst sie eine folgenschweren Entschluss.
Karin erhält von einem Unbekanntem Päckchen mit sehr makaberen Inhalten, doch schon bald muss sie feststellen, dass es sich um mehr als nur einen bösartigen Scherz handelt.
Sally ist schwer krank, ihr Mann steht ihr während dieser schweren Zeit zur Seite, doch die Stunde ihres Todes naht.
Ein Mann erhält ein Paket ohne Absender, als kurz darauf das Telefon klingelt, erfährt dass es mit dem Inhalt etwas ganz besonderes auf sich hat.
Diese und weitere spannende Kurzgeschichte erwarten Sie.
|
"Stefan Lamboury ist der neue Stern am Literaturhimmel.", sagt Mr. Wong
|
|
|
Stefan Lamboury
Ich wurde 1982 im Ahauser Krankenhaus geboren. Nach der Schule ging ich in ein Berufsbildungswerk, wo ich an einem Förderlehrgang F1 teilnahm. Anschließend absolvierte ich eine Ausbildung zur Bürokraft, welche ich im Jahre 2005 erfolgreich abgeschlossen habe. Seit Ende der Ausbildung bin ich bei der Schule-des-Schreibens, welche ich Ende des Jahres wahrscheinlich erfolgreich abschliessen werde.
|
|