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> Belletristik > Das Klo an Terminal 3
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Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Das Klo an Terminal 3, Ulrike Parthen
Ulrike Parthen

Das Klo an Terminal 3



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Leseprobe 1:

... Terminal 3 hat aber trotzdem sein Gutes: Gleich daneben ist das Klo. Und da ist meist wenig los, auch die paar Meter ums Klo herum. Eine klasse Ecke, um ein Hundi aus seiner Box zu lassen. Und noch viel toller ist, dass man gleich rausmarschieren kann und direkt gegenüber UNSERE Hunde-Pinkel- und -Füße-vertret-Wiese ist. Keine langen Wege für Vierbeiner, um ihr dringendes Geschäft loszuwerden, sich kurz die Beine zu vertreten und deutschen Boden zu beschnuppern. Ich schwöre, das ist UNSERE Wiese, ich muss beim Flughafen Stuttgart mal dringend Besitzrechte geltend machen ...
Der Parkplatz direkt daneben ist übrigens auch UNSERER! Leute, das müsst ihr schon einsehen. Ich habe einen Gepäckkarren. Auf dem stehen ein bis drei Boxen oder Flugtaschen. Ich habe ein bis drei Hunde an der Leine, die superaufgeregt sind, weil Deutschland so klasse ist. Zusätzlich ist Fussel dabei. Denn Fussel ist IMMER dabei, ohne Fussel geht mal gar nichts. Ferner gehört zu meiner Ausstattung mein Täschchen mit wichtigen Utensilien wie Wasser, Wassernapf, Küchentücher (als Hundebesitzer braucht man ständig und überall Küchentücher!), außerdem den Fotoapparat, eine Ersatzleine (man weiß ja nie) und ein paar Leckerchen. Um mir das Leben als Flughafen-Einsatzkommando etwas leichter zu machen, ist es sehr vorteilhaft, den Karren mit all dem Zeug einfach direkt neben dem Auto abstellen zu können und ein paar Schritte weiter schon auf der Wiese zu sein. Die Hunde haben es doch eilig, schon vergessen? Ich muss meinen Karren aber beim Wiesenausflug im Auge behalten können, sonst klaut noch einer unsere alten, kaputten Flugboxen! Erst wenn die Hunde fertig sind mit all dem, was man an der Flughafenwiese eben so macht, kann ich mal daran denken, meine Sachen ins Auto zu packen. Am einfachsten ist es hierbei, entweder ZUERST die Hunde ins Auto zu lassen, um dann beide Hände frei zu haben. Oder man nimmt sich einen Gehilfen mit. Ich habe meistens meinen Mann dabei ...


Leseprobe 2:

... Noa durfte als Handgepäck mit in den Fluggastraum und lief daher mit uns die fünf Kilometer durch Palmas Flughafengelände zum entscheidenden Terminal. Unser Weg wurde unterbrochen durch zwei Zwischenfälle. Beim ersten versank ich vor Scham beinahe im Erdboden. Nein, ich gehöre hier nicht dazu. Das ist SEIN Hund. SEIN Hund kackt da eben mitten auf das Flughafengelände! Ui, sogar zweimal kurz hintereinander. Ich packe unser Küchentücher-Notfallpack aus (wie gut, dass ich daran wirklich immer denke!) und reiche es hämisch grinsend meinem Mann. Seinen unverschämten Versuch, diese Arbeit an mich abzuwälzen, schmettere ich eiskalt ab. Wer unbedingt Liebling mitnehmen will, der muss auch Lieblings Reste entfernen, basta! Dem hatte er nichts entgegenzusetzen und tat, was getan werden musste. Nicht ohne sich aus Versehen ein Teil der Reste um die Finger zu schmieren. Männer! Absolut unbeholfen, wenn es um Hausarbeit oder ähnliche Dinge geht. Er besaß die Unverfrorenheit, mich weinerlich anjammern zu wollen. Ich solle ihm helfen! Aber gerne doch Olaf: Ich halte Noa kurz, dann hast du zwei Hände frei, kannst besser Kacka putzen und übrigens ist da vorne das Klo. Da kannst du das Zeug loswerden und auch gleich Hände waschen. Täuschte ich mich oder wurde sein Kopf ganz rot vor Wut ...


Leseprobe 3:

... Keine 60 Sekunden später durfte Elli zurück in ihre Box. Sie hatte nun einen neuen Freund gefunden. Jedenfalls hatte sie sich den auserkoren: Olaf. Mit Männern hatte Elli eigentlich ein besonders großes Problem, ihre Angst vor dem männlichen Geschlecht war unbeschreiblich. Entweder, Olaf war gar kein Mann. Wobei dies sehr unwahrscheinlich ist, ich kann es unter Eid bezeugen. Oder er war eine Ausnahmeerscheinung. Dies trifft wohl eher zu, denn Elli vertraute ihm von jenem Augenblick an. Von diesem Erfolgserlebnis beflügelt, öffnete er wagemutig die Box von Bilma. Wenn er schon einen großen schwarzen Angsthasen aus seiner Box locken konnte, würde dies bei einer körperlich gesehen wesentlich kleineren Ausführung doch wohl auch gelingen. Dachte er. Er dachte jedoch falsch. Spätestens, nachdem er seine blutende Hand mit einem Taschentuch zu umbinden versuchte, musste er sich eingestehen, dass er nicht bei allen Frauen Erfolg hatte. Ein schwerer Schlag für sein männliches Ego. Ein noch schwererer Schlag für das Vorhaben "Bilma nach Deutschland in eine Pflegestelle bringen". Keiner der Anwesenden hatte den Mut, die Box dieser "Bestie" noch einmal zu öffnen. Selbst Olaf verzichtete darauf. Ihm war es eindeutig wichtiger, ohne amputierte Finger weiter durchs Leben gehen zu können. Was nun?



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