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> Belletristik > Das Glück hat viele Facetten
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Belletristik
Buch Leseprobe Das Glück hat viele Facetten, Bianca Birkorth
Bianca Birkorth

Das Glück hat viele Facetten



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Ins Ausland wollte ich nicht unbedingt. Doch wie ich schon erwähnte, darauf hatten wir leider beide keinen Einfluss. London war auch im Gespräch, da musste ich meine Englischkenntnisse wohl doch irgendwann einmal auffrischen, das hatte ich ja in der Schule gelernt, aber es bisher nie mehr gebraucht und angewendet. Was so alltäglich in Gebrauch war, das wusste man schon, aber ein richtiges Gespräch auf Englisch führen, da musste ich passen. Man vergisst vieles, wenn man es nicht ständig spricht, das war mir klar. Mit meinem Schulenglisch würde ich nicht weit kommen, dessen war ich mir schon bewusst. Heiko sprach sehr gut Englisch und Französisch und auch Spanisch. Nach Spanien hatte ich auch keine so große Lust, aber auch Barcelona war im Gespräch. Hoffentlich blieb mir das erspart.
Ich liebte Spanien, um dort Urlaub zu machen, aber dort zu leben, das war halt wieder etwas anderes und für mich mit vielen Umständen verbunden, auf die ich gerne verzichten würde. Denn bevor ich dort eine Stelle bekommen würde, musste ich erst einmal die Sprache beherrschen. Da ich nicht so sprachbegabt war wie mein Mann Heiko, würde ich mich ganz schön plagen müssen, bis ich die Sprache gelernt hatte. Dieser Gedanke ließ mich nicht los. Hoffentlich nicht Spanien, dachte ich jeden Tag.
So weit weg und dann auch noch Spanisch lernen, was ich notgedrungen tun musste in diesem Fall, sonst hatte ich bestimmt keine große Chance auf eine Anstellung als Kindergärtnerin. Es sollte ja immerhin für einen Zeitraum von wenigstens zehn Jahren sein. Ob ich da ohne Sprachkenntnisse eine Anstellung finden würde, das glaubte ich kaum. Wie sollte das auch gehen.
Also war ich wohl oder übel gezwungen, erst mal einen Sprachkurs zu absolvieren. Davor graute mir, ganz ehrlich gesagt. Heiko versprach mir zwar, mich so gut wie möglich zu unterstützen, in Bezug auf das Sprachelernen. Das war ja eine schöne Geste, aber wie soll das funktionieren, wenn er den ganzen Tag auf der Arbeit war. Am Abend war er auch müde und hatte bestimmt keine Lust mehr, Vokabeln abzuhören. Nun mir blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, was kommen würde. Geduld war nicht gerade meine große Stärke. Auch musste ich sehen, was mit unserer Wohnung wird. Heiko meinte, darum sollte ich mich kümmern, dazu hätte er keine Zeit.
Die Möbel und alles, was wir hatten, musste dann verpackt werden, doch irgendetwas hielt mich davon ab, damit jetzt schon anzufangen. Meine innere Stimme sagte mir, dass ich nichts verpacken musste. Bestimmt gab es auch noch eine andere Lösung. Die Möbel mitnehmen, war schon mit einem größeren Umstand verbunden. Der Gedanke, dass ich die Möbel alle verkaufen musste, fiel mir schon schwer. Sollte es uns wirklich ins Ausland verschlagen, würde ich doch alles notgedrungen verkaufen müssen. Mitnehmen würde bestimmt teurer werden, als wenn ich sie hier lasse und wir uns in dem Land, wo es uns hinführen wird, neue Möbel kaufen.
So viele Sachen gingen mir durch den Kopf, das kennt auch nur jemand, der schon des Öfteren umziehen musste. Ich dachte an meine Freundin Inge. Sie suchte schon eine Zeit lang nach einer bezahlbaren Wohnung. Vielleicht könnte sie in diesem Falle unsere Wohnung nehmen, mitsamt den Möbeln. Mir blieb nichts anderes übrig als abzuwarten, was auf uns zukommen würde.
Mich nervte es langsam, dieses ewige Warten, was werden würde.
Dann nahm das Schicksal seinen Lauf.
Was für mich ein riesiger Einschnitt in mein Leben war oder besser gesagt in unser beider Leben. Für uns sollte seit diesem Tag ein neues Leben beginnen, ein Leben, von dem man eigentlich nur träumen konnte.
Einfach Wahnsinn!
Eines Morgens, brachte mir der Postbote einen Brief von einem Notar aus Hamburg, wie ich anhand der Adresse las. Ich wunderte mich, was habe ich mit einem Notar zu tun? Ich kannte keinen Notar. Sein Name war Uwe M. Meinhardt! Bestimmt war es ein Irrtum. Auf dem Poststempel sah ich, dass es stimmte, dass der Brief aus Hamburg kam. Nun, ich wohnte mit meinem Mann zurzeit noch in Bremen, das war nicht weit von Hamburg entfernt, falls es etwas zu klären gab und wir dorthin fahren mussten, war es ja nur ein Klacks. Was mich sehr wunderte, auf dem Brief stand sogar mein vollständiger Name. Eleonore Marina Singer. Diesen, meinen vollständigen Namen, kannten eigentlich nur wenige. Eigentlich, wenn ich so darüber nachdachte, nur einer und das war mein Mann Heiko. Also schien es doch seine Richtigkeit zu haben. Neugierig war ich schon, was dieser Brief zu bedeuten hatte.
Also setzte ich mich erst einmal hin und öffnete den Brief. Als ich fertig war mit Lesen, war ich doch sehr überrascht. Eine Tante, meiner Mutter, hatte mir ihr Haus in Hamburg vererbt. Mein Gott, dachte ich, ein Haus soll ich erben. Außerdem noch einiges, das er mir aber persönlich überreichen sollte. Was konnte das sein, fragte ich mich. Eine Erbschaft, ich war mehr als verwundert, wie man so schön sagt. Diese besagte Tante kannte ich noch nicht einmal. Die Rede war wirklich von einem Haus. Ich konnte es nicht fassen.
Noch mal las ich den Brief. Es stimmte. Ich hatte geerbt.
Ein eigenes Haus zu haben, war schon immer mein Traum. Eigentlich war es unser beider Traum.
Denn auch Heiko sagte einmal zu mir: „Schatz, irgendwann baue ich uns ein eigenes Haus!“ Ich glaube, diesen Wunsch, ein eigenes Haus zu besitzen, haben viele und meiner sollte nun durch diese Erbschaft in Erfüllung gehen. Noch einmal nahm ich den Brief zur Hand, weil ich es einfach nicht glauben konnte. Vielleicht war es ja ein Irrtum. Nein, es war alles richtig, ich war gemeint.
Ich konnte mein, nein unser Glück kaum fassen.
Hoffentlich können wir in Deutschland bleiben, sonst hätte ich ja gar nichts von dem Haus. Meine Gedanken überschlugen sich. Das musste ich sofort meinem Mann Heiko erzählen. Ich versuchte, ihn zu erreichen, aber immer war besetzt. Wiederholt las ich den Brief, da ich mein Glück gar nicht glauben konnte.
Wie der Notar schrieb, sei ich die einzige Verwandte, die sie ausfindig machen konnten. Adele Augusta Kühlborn, so hieß diese Tante, nein, eigentlich war sie ja meine Großtante. Sie war ja die Tante meiner Mutter. Meine Mutter war vor einigen Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen. Was damals sehr, sehr schlimm für mich war. Außer ihr hatte ich niemanden mehr. Meinen Vater hatte ich nie richtig kennengelernt, er hatte meine Mutter, als sie schwanger war, im Stich gelassen und hat sich ins Ausland abgesetzt. Ich konnte mich nur ganz schwach daran erinnern, ihn einmal in meinem Leben gesehen zu haben und das auch nur, weil meine Mutter ihn dazu verdonnert hatte, wenigstens für mich zu bezahlen.


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